HÖCHSTDRUCK-WASSERSTRAHL-VERFAHREN

Effektive Reinigung von Kanälen

Die Reinigung von Abwasserkanälen ­sichert zum einen Funktionsfähigkeit und Werterhalt des Kanalnetzes und sorgt zum anderen dafür, dass Geruchsbelästigungen beseitigt werden. Ferner dient sie zur Arbeitsvorbereitung bei der Kanalsanierung und gewährleistet, dass Schäden frühzeitig erkannt werden können. Als besonders effektiv und flexibel einsetzbar erweist sich hierbei die Reinigung mit dem Höchstdruck-Wasserstrahl.

Durch Einsparungen im Trinkwasserverbrauch und dem vermehrten Rückhalt von Regenwasser wird heute deutlich weniger Abwasser durch die bestehenden Rohre geleitet als dies vor Jahren noch der Fall war – Kanalablagerungen bilden sich in der Folge schneller. Die Bedeutung der Kanalreinigung steigt dadurch an und setzt vor allem kommunale Netzbetreiber finanziell unter Druck. Zu ihren Aufgaben zählt die regelmäßige Säuberung des Kanalnetzes, damit die Abwasserkanäle betriebssicher bleiben. Denn Ablagerungen, Fette, Wurzeleinwüchse und Inkrustationen können langfristig zum Kanalverschluss führen. Im Extremfall kann der entstehende Abwasserrückstau dann bis in die Kellerräume der Anlieger reichen. Zudem sorgt eine Reinigung dafür, dass das Fassungsvermögen des Kanals ausgeschöpft werden kann und der Abfluss des Abwassers gewährleistet ist. Insbesondere sollen das Verstopfen der Kanäle und mögliche Geruchsbelästigungen vermieden werden. Auch gilt es, Schäden an den Kanalwänden frühzeitig zu erkennen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn die Wände gereinigt sind. Auch bei der grabenlosen Rohrsanierung ist eine gründliche Reinigung der Rohrwandung eine wesentliche Voraussetzung für den Sanierungserfolg. Bleiben Reste der Verunreinigungen im Rohr, kann dies beispielsweise dazu führen, dass die für die Sanierung verwendeten Liner nicht an der Rohrwandung haften.

Bewährtes Verfahren

Als flexible und effektive Technik für die Kanalreinigung hat sich das Höchstdruck-Wasserstrahl-Verfahren seit über 50 Jahren in der Praxis bewährt. Inzwischen wird diese Methode bei rund 90 Prozent der Kanalreinigungen sowohl zur Entfernung von Ablagerungen als auch zur Arbeitsvorbereitung für eine Kanalinspektion angewandt. Dabei sind die örtlichen Gegebenheiten und eine korrekte Anwendung des Verfahrens immer zu beachten. Kenntnisse über das Kanalnetz sind daher unabdingbar. Außerdem ist es hilfreich, wenn Informationen über vorhandene Schäden, sowie örtliche Besonderheiten mitgeteilt werden.

Die Reinigung mit Höchstdruck hat sich durchgesetzt, da sie unter anderem unabhängig vom Kanalprofil ist und auch in schwer zugänglichen Bereichen eine hohe Reinigungsleistung ermöglicht. Zudem lässt sich die Methode flexibel an Umfang und Grad der Verschmutzung anpassen. Geräuscharm und präzise arbeiten sich die Reinigungsdüsen mittels Wasserdruck durch die Kanäle. Die Kanalbelüftung ist dabei gewährleistet. Da die Hochdruckanlagen durch Fernbedienung gesteuert werden, können die Arbeiten ohne Unterbrechung durchgeführt werden und die Arbeitskräfte werden von schmutziger und unhygienischer Arbeit entlastet. Mit dieser Methode wird die Anzahl der geöffneten Kanalschächte reduziert und eine Verkehrsbehinderung minimiert. Auch Teilbereiche wie die Kanalsohle, Teil- oder Gesamtquerschnitte können gezielt gereinigt werden. Ohne Zusatz von Chemikalien können auf diese Weise selbst harte Inkrustationen gelöst und herausgespült werden. Als besonders schonendes Verfahren greift die Höchstdruckreinigung die Kanalwand nicht an.

Die Reinigung erfolgt stets haltungsweise von der Anfangshalterung mit kleinen Nennweiten in Fließrichtung zum Hauptsammler. Dabei wird die Reinigungsdüse entgegen der Fließrichtung in die zu reinigende Haltung eingebracht und dann mit einer zuvor festgelegten Geschwindigkeit zum Anfangsschacht gezogen. Die eingesetzte Düse löst mit ihrem Wasserstrahl Inkrustationen und Ablagerungen von der Kanalsohle und der Kanalwandung, schleudert diese nach hinten und transportiert sie so in Fließrichtung aus dem Kanal ab. Die Ablagerungen werden vom Wasser beschleunigt und so zum Schacht mit dem Saugschlauch befördert.

Woma GmbH

www.woma.de

Duisburger Verfahren


Die Reinigung von Kanälen wurde von der Woma GmbH unter dem Namen „Duisburger Verfahren“ eingeführt und hat sich zum Stand der Technik entwickelt. Speziell für den Bereich der Kanalsanierung bietet Woma stationäre und mobile Hoch- und Höchstdruck-Wasserstrahlsysteme an. Mit der Kombination von Wasserdruck und -menge sorgen sie für eine effektive Reinigung. So bieten sie Betriebsdrücke bis 3.000 Bar und Nennförderströme bis 1.679 Liter in der Minute. Speziell für den Betrieb mit verunreinigtem Kanalwasser wurden abrasionsbeständige Hochdruck-Plungerpumpen entwickelt. Sie sind geeignet für Anwendungen bis 400 Bar. Ihre Anschlussleistung liegt bei 780 Kilowatt. Diese Baureihe wurde speziell für die Förderung von Wasser entwickelt, das mit körnigen oder faserigen Feststoffen verunreinigt ist.

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