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| Navigation | 15.03.2019

„Ecosphere dämmt gut, ist umweltfreundlich und leicht zu verarbeiten“

Von der Forschung in die Praxis

THIS sprach mit Friedebert Scharfe, Leiter der Forschung und Entwicklung bei Franken Maxit, über die Entwicklung und Wirkung der ökologischen Aufspritz-Dämmung Ecosphere.

  • Friedbert Scharfe leitet bei Franken Maxit den Bereich Forschung und Entwicklung. Quelle: Maxit

THIS: Aus welcher Anregung heraus sind Sie auf die Idee gekommen, eine Aufspritz-Dämmung zu entwickeln?

Friedbert Scharfe: Auf der einen Seite sind die meisten der heute üblichen Wärmedämm-Systeme nicht ganz problemfrei. Das übliche Prinzip zur Innen- und Fassadendämmung sind bis heute Plattenlösungen. Die Montage solcher Plattensysteme – etwa Polystyrol und Mineralwolle im Außen- sowie Mineralschaum im Innenbereich – ist aber in der Regel kompliziert, und Montagefehler können die Dämmwirkung einschränken. Außerdem sorgen lange Lieferzeiten, technische Bedenken oder fehlende ökologische Ansprüche für Skepsis.

Auf der anderen Seite haben wir mit dem dünnschichtigen Einsatz von Mikro-Hohlglaskugeln schon jahrelange Erfahrung im Bereich der Innen- und Fassadenfarben. Diese umweltfreundliche und ökologisch einwandfreie Technologie wollten wir auch auf dickschichtige Anwendungen übertragen.

THIS: Wie lange hat die Entwicklung von

Ecosphere gedauert?

Friedbert Scharfe: Die Entwicklungszeit betrug stolze drei Jahre. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

THIS: Hatten Sie diese Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung von Anfang an angestrebt?

Friedbert Scharfe: Ja. Als mittelständisches Unternehmen ist eine Entwicklung aus eigenen Mitteln durchaus eine Herausforderung. So haben wir in der Tat von Anfang an eine Förderung durch das BMBF angestrebt und unsere Ideen und Visionen dort vorgetragen. Darauf wurden wir bei der Entwicklung durch unsere Kooperationspartner, der Universitäten Bayreuth und Jena, und natürlich auch vom BMBF bestens unterstützt. Nur so ist es uns gelungen, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis und damit in ein in großem Maßstab verfügbares Produkt zu überführen.

THIS: Warum hohle Glaskügelchen als Isolator?

Friedbert Scharfe: Die verwendeten Mikro-Hohlglaskugeln besitzen wesentliche Vorteile gengenüber den bekannten Leichtzuschlagsstoffen wie zum Beispiel Perlitte. Sie sind geschlossenzellig und umschließen ein Teilvakuum. Darüber hinaus sind diese sehr leicht und dennoch relativ stabil. Mit ihnen konnten wir einen gezielten Porenraum herstellen, der optimale Produkteigenschaften bietet.

THIS: Wie groß sind die Hohlkügelchen?

Wie aufwendig ist ihre Fertigung?

Friedbert Scharfe: Die Mikro-Hohlglaskügelchen sind zwischen 20 und 40 µm klein. Die Fertigung durch das Unternehmen 3M ist eher aufwendig, dennoch steht dieses innovative Material in großen Mengen zur Verfügung. Sie finden Ihren Einsatz bereits in der Textil- und Kunststoffindustrie oder auch im Fahrzeugbau.

THIS: Können sie durch den Auftrag beschädigt werden?

Friedbert Scharfe: Nein, die Mikrohohlglaskugeln werden bei der Verarbeitung nicht beschädigt. Eingebettet in eine Mörtelmatrix sind Beschädigungen beim Auftrag ausgeschlossen.

THIS: Wo ist der Hauptunterschied zwischen Innen-

und Außendämmung?

Friedbert Scharfe: Grundsätzlich ist die Formulierung von spritzbarer Innen- und Außendämmung nahezu identisch. Jedoch ist bei der Außendämmung aufgrund der klimatischen Bedingungen das Feuchtemanagement anders eingestellt.

THIS: Wann empfehlen Sie Innen-, wann Außendämmung?

Friedbert Scharfe: Innendämmung kommt vor allem dann zum Tragen, wenn etwa aufgrund von Denkmalschutz oder architektonischen Besonderheiten keine Außendämmung möglich ist. Aber auch mangelnder Raum in dicht besiedelten Gebieten kann ein Grund sein, sich bei der energetischen Sanierung für eine Innendämmung zu entscheiden.

In jedem Fall gilt für Innendämmung, dass bei „schlanker“ Dämmung mehr vom Wohnraum überbleibt. Ecosphere dämmt sehr effizient, und kann entsprechend schlank aufgetragen werden.

THIS: Haben Sie schon Kunden, die mit Ecosphere arbeiten?

Friedbert Scharfe: Selbstverständlich. Schon im letzten Jahr – also vor der Präsentation auf der Messe BAU – haben wir einige Objekte mit Ecosphere realisiert. Wir wollten vor allem Erfahrungen mit der Verarbeitung unserer spritzbaren Dämmung sammeln. Und bereits jetzt, also im direkten Anschluss an die Messepräsentation, können wir uns über eine Vielzahl von Bestellungen zu unserer umweltfreundlichen Dämmung freuen.

THIS: Wie reagieren die Kunden auf die neue Verarbeitungsart?

Friedbert Scharfe: Sie ist ja nicht neu; Putze werden ja bereits so aufgetragen. Darüber hinaus haben wir in unserem Schulungszentrum bereits entsprechende Trainingsreihen durchgeführt. Dort haben sich in den letzten Wochen bereits Dutzende Verarbeitungsunternehmen von der einfachen und handwerklich gewohnten Verarbeitung der Spritzdämmungen überzeugen können.

Ecosphere ist umweltfreundlich, leicht zu verarbeiten, und bietet hohe Dämmwirkung. Im Vergleich zur Montage von Plattensystemen ist der Auftrag der Dämmung nicht nur schneller und einfacher – es entfällt auch das Risiko, dass bei der Verarbeitung eventuell problematische Hohlräume und Fugen entstehen können.

THIS: Welche weiteren Ecosphere-Produkte dürfen wir noch

erwarten?

Friedbert Scharfe: Derzeit ist die Ecosphere-Technologie nur im Bereich der spritzbaren Dämmung umgesetzt. Doch diese Technologie lässt sich natürlich auch auf andere Anwendungen übertragen. Ich denke da z.B. an Leichtbeton oder an Produkte im Bodenbereich. Geben Sie uns noch ein bisschen Zeit. Aber Sie dürfen schon jetzt gespannt sein…

Maxit Gruppe

www.maxit.de

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