SICKERPFLASTER

Drainfugenpflaster im
Einsatz

Die Befestigung größerer Areale, wie beispielsweise Parkplätze oder Gewerbeflächen, wird von Umweltexperten als eher problematisch gesehen. Um einer Versiegelung entgegenzuwirken werden daher gerne spezielle Drainfugenpflaster aus Betonsteinen eingesetzt.

Ein spezielles Pflaster dieser Art bietet jetzt die F.C. Nüdling Betonelemente GmbH + Co. KG mit dem Betonsteinpflaster Cheops SV Enviro Plus an. Eines seiner ersten Einsatzfelder findet das innovative Pflaster mit dem Fugenfilter auf einem Großparkplatz am Industriepark Höchst bei Frankfurt.

Attraktiver Industriestandort

Der Industriepark Höchst beherbergt heute mehr als 90 Unternehmen aus den Bereichen Chemie und Pharmazeutik mit insgesamt 22.000 Beschäftigten. Seit dem Jahr 2000 haben die ansässigen Unternehmen 5,2 Mrd. Euro in den Standort investiert. Neben 460 ha bebauter Fläche stehen zur Zeit noch ca. 50 ha voll erschlossener Fläche für Investitionen zur Verfügung. Besonders attraktiv wird der Standort durch seine gute verkehrstechnische Anbindung, zu der auch ein eigener Trimodal-Port am Main zählt. Er ermöglicht die Verknüpfung von Straße, Schienen und Wasserwegen und erlaubt damit auch kurze Anbindungszeiten an die internationalen Seehäfen.

Ein Parkplatz für die Mitarbeiter

Durch das stetige Wachstum des Industrieparks Höchst muss der Betreiber Infraserv zunehmend Mitarbeiterparkplätze zur Verfügung stellen. Ein Großteil der 22.000 Angestellten kommt mit dem Pkw zum Betrieb. Entsprechend hoch ist die benötigte Stellfläche für Kfz. Die Verantwortlichen der Betreibergesellschaft entschlossen sich daher, am Rand des Werksgeländes südlich des Mains einen neuen Mitarbeiterparkplatz einzurichten. Das ca. 17.000 m² große Areal wurde zusammen mit dem Erweiterungsbereich für den Industriepark erschlossen und aufgrund seiner nahen Lage zum Mainufer durch spezielle Einbauten gewässertechnisch gesichert und abgedichtet, so dass mit Schadstoffen belastetes Wasser nicht direkt in den Fluss gelangen kann. Der Gewässerschutz spielte auch bei der Befestigung der Pkw-Stellflächen eine übergeordnete Rolle. Die Verantwortlichen aus dem Hause Infraserv wünschten sich für die zu befestigende Fläche eine Lösung, bei der die Versickerung des Oberflächenwassers im Mittelpunkt stehen sollte. So sollte einerseits einer Versiegelung der Fläche vorgebeugt werden, sodass der Wasserhaushalt in den oberen Bodenschichten ausgeglichen bleibt. Gleichzeitig kann auf einen Anschluss an die Kanalisation verzichtet werden. Damit lassen sich hohe Abwassergebühren vermeiden, da das relativ saubere Niederschlagswasser nicht der Kläranlage eingeleitet werden muss. Andererseits wollte man das Eindringen von Schadstoffen in den Boden und damit in das Grundwasser vermeiden. Während der Vorarbeiten für die Planungen wurde man auf den Betonpflasterspezialisten F.C. Nüdling aus Fulda und sein Angebot an ökologischem Pflaster aufmerksam. Das passende Produkt fand sich mit dem neu entwickelten Drainfugenpflaster Cheops SV Enviro Plus.

Innovatives Sickerpflaster

Cheops SV Enviro Plus erlaubt nicht nur die Versickerung des Oberflächenwassers durch aufgeweitete Fugen. Es ist durch ein spezielles Fugenmaterial dazu in der Lage, Schadstoffe aus dem Sickerwasser herauszufiltern und diese an der Oberfläche zurückzuhalten. Im Gegensatz zum klassischen Sickerpflaster handelt es sich bei Cheops SV Enviro Plus um ein innovatives, wasserdurchlässiges Flächensystem zur Behandlung von Niederschlagswasser. Es verfügt über einen speziellen integrierten Schadstoff-Filter, der schädliche Substanzen wie Mineralöle und Schwermetalle bereits beim Versickern des Wassers an der Oberfläche zurückhält. Zum Einsatz kommt das Fugenmaterial Cheops Clean, ein Substrat aus Bestandteilen mineralischen sowie biologischen Ursprungs. So wird der natürliche Wasserkreislauf erhalten, Erdreich und Grundwasser bleiben unbelastet. Dadurch, dass auf den Anschluss der Fläche an die Kanalisation verzichtet werden kann, wird zudem der Erzeugung künstlicher Hochwasserspitzen vorgebeugt. Auch Gebühren für das Oberflächenwasser fallen so nicht an. Entwickelt wurde Cheops SV Enviro Plus in erster Linie zum Einsatz auf größeren Verkehrsflächen. Durch die Steindicke von 100 mm lässt sich das Pflaster auch in stärker befahrenen Bereichen oder auf Parkplätzen einsetzen. Dank der Bauartzulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik DIBt muss beim Einsatz des Cheops-Systems kein Einzelnachweis für einzelne Baustellen erbracht werden.

Die Anlage des Parkplatzes

Insgesamt teilt sich die ca. 17.000 m² messende Fläche in unterschiedliche Segmente. Die Zufahrtswege wurden mit einem Spezialasphalt befestigt. Für die Fußgänger entstanden Bürgersteige, die mit Betonsteinpflaster befestigt wurden. Zwischen den Parkgassen wurden Versickerungsbereiche angelegt, die eine Füllung mit grobem Schotter erhielten. Sie dienen dazu, das bei starken Regenfällen oberflächig ablaufende Niederschlagswasser aufzunehmen und so eine komplette Versickerung zu ermöglichen. Das Gefälle der Parkabschnitte wurde bei der Flächenerstellung entsprechend berücksichtigt. Die Stellplätze selbst erhielten eine Befestigung mit dem Drainfugenpflaster Cheops SV Enviro Plus. Insgesamt kamen ca. 6.000 m² des Spezialpflasters zum Einsatz.

Fazit

Das Objekt in Höchst zeigt, dass die Befestigung einer großen Fläche realisiert werden kann, ohne den Boden zu versiegeln. Das sickerfähige Pflaster Cheops SV Enviro Plus von F.C. Nüdling überzeugt durch seine Fähigkeit, vorhandene Schadstoffe aus dem Niederschlagswasser an der Oberfläche zurückzuhalten und damit das Grundwasser zu entlasten. ⇥■

Industriepark Höchst: Alter Standort mit neuem...

Der Industriepark Höchst, in den 90er Jahren hervorgegangen aus der Höchst AG, kann auf eine lange Tradition im Chemie- und Pharmasektor zurückblicken. Bereits 1863 wurde mit der Chemischen Fabrik Meister Lucius & Co. der erste Produktionsstandort für Farbstoffe gegründet Bald kamen Laboratorien und weitere Produktionseinrichtungen hinzu. Ab 1883 begann die Herstellung von Arzneimitteln. 1916 erfolgt der Beitritt des Höchst-Werks zur IG-Farben. Das Werk wächst stetig und kann zum 75. Jubiläum im Jahr 1938 eine Personaldecke von 9.580 Mitarbeitern aufweisen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die IG-Farbenindustrie aufgelöst, und das Werk Höchst steht von 1945 bis 1951 unter amerikanischer Verwaltung. Die Neugründung unter dem Namen Farbwerke Höchst AG, vormals Meister Lucius & Brüning, erfolgte 1951. Das Unternehmen wächst stetig weiter, bis 1994 die Umstrukturierung der Höchst AG beschlossen wird und der Rückbau eines Großteils der Anlagen am Stammwerk erfolgt. 1998 übernimmt die Infraserv & Co. Höchst KG das Management des Standorts als Betreibergesellschaft. Sie bietet für die im Industriepark ansässigen Unternehmen zahlreiche Dienstleistungen an. Dazu zählen beispielsweise die Ausstattung von Laboratorien, ein Logistik-Service sowie Entsorgungsleistungen.

Bautafel

Objekt: Parkplatz Industriepark Höchst
65979 Frankfurt Höchst
industriepark-hoechst.com
Bauherr:  Infraserv Höchst
Industriepark Höchst
65979 Frankfurt Höchst
industriepark-hoechst.com
Fertigstellung: November 2012
Pflasterarbeiten: Wilhelm Schütz
35781 Weilburg
Produkt: Cheops SV Enviro Plus
Farbe dunkelgrau, grau
Abmessung
ca. 6.000 m²
Lieferant: F.C. Nüdling Betonelemente GmbH & Co. KG
Ruprechtstraße 24
36037 Fulda

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