Lärmschutztunnel auf der A81

Autobahn-Überdeckelung mit Standardschalung und Sonderlösungen

Die Städte Böblingen und Sindelfingen, südwestlich von Stuttgart, sind nur durch die Autobahn A81 getrennt. Dieses Nadelöhr, ein berüchtigter Stauschwerpunkt in Baden-Württemberg, wird von vier auf sechs Spuren ausgebaut. Herzstück der Maßnahmen ist ein Lärmschutztunnel.

Die Geometrie für die Deckenlüftungstechnik wurde mit Sonderschalung hergestellt. Die Holzelemente wurden für alle 14 Deckenlüfternischen genutzt
© MEVA

Die Geometrie für die Deckenlüftungstechnik wurde mit Sonderschalung hergestellt. Die Holzelemente wurden für alle 14 Deckenlüfternischen genutzt
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Das komplexe Projekt mit Brücke, Lärmschutzwänden und Einhausung wird durch die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) geplant und koordiniert. Der Lärmschutztunnel wird in offener Bauweise von der ARGE A81 Tunnel Baulos 3.2.1 errichtet, ein Konsortium der Wayss + Freytag Ingenieurbau AG, Hochtief Infrastructure sowie Storz Verkehrswegebau.

Taktbauweise mit Vor- und Nachläufern

© MEVA

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Zwei Röhren für je drei Fahrspuren bilden einen 850 Meter langen Lärmschutztunnel, der mit Außenwänden und der Trennwand insgesamt 37 Meter breit und bis 8,70 Meter hoch ist. Beide Röhren werden aus 84 Segmenten à 10 Meter Länge hergestellt. Jeweils vier Schalwagen sind als Vor- und Nachläufer im Dauereinsatz und werden alternierend eingesetzt. So kann der Nachläufer-Schalwagen eine Lücke zwischen bereits fertiggestellten Abschnitten schließen, während der Vorläufer-Schalwagen schon wieder zwei Schritte voraus ist. Mit diesem Verfahren können mehrere Takte gleichzeitig hergestellt und der anspruchsvolle Zeitrahmen eingehalten werden.

Sonderschalung 14-Mal angewendet

© MEVA

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Im Tunnel muss umfangreiche Belüftungs- und Sicherheitstechnik eingebaut werden. Daher waren Ein- und Ausbuchtungen an den Wänden und unterm Deckel herzustellen. Die Geometrien und Neigungen der Betonflächen ändern sich ständig. Fast keine Wand ist durchgängig gerade, sondern enthält Schrägen, Steigungen, individuelle Abmessungen, Vouten. Die notwendigen Holzelemente wurden durch die Meva-Abteilung für Sonderschalungsbau in Haiterbach geplant und just in time geliefert.

In jeder Röhre waren sieben Deckenlüfternischen zu berücksichtigen. Die Sonderschalungselemente hierfür konnten auch gespiegelt angewendet werden. So reichte ein einziger Schalungssatz für alle 14 Lüfternischen aus, was den wirtschaftlichen und logistischen Aufwand reduzierte. Die technische Umsetzung war ausgeklügelt: Die Sonderschalung wurde auf den Schalwagen aufgesetzt und mitsamt Halterungen einbetoniert. So konnte der Schalwagen vorzeitig zum nächsten Einsatzort weitergefahren und genutzt werden. Die Sonderschalung verblieb an der Decke und konnte später demontiert werden.

Mehrere Herausforderungen

Die Notrufnischen wurden mit einer Kombination von Standard- und Sonderschalungs­ele­menten (schwarz)
hergestellt
© MEVA

Die Notrufnischen wurden mit einer Kombination von Standard- und Sonderschalungs­ele­menten (schwarz)
hergestellt
© MEVA
Unmittelbar neben der 850 Meter langen Südwand des Lärmschutztunnels fließt der Verkehr. Auch auf der Nordseite ist der Platz auf wenige Meter begrenzt. Durchdachte Logistik ermöglichte das sichere Arbeiten und die Materiallagerung auf der engen Baustelle. Eine weitere Herausforderung schon in der frühen Planungsphase lag in der Tunnelsohle. Denn die Bodenplatten der beiden Röhren weisen unterschiedliche Querneigungen auf, die sich auch auf die Schalung der Wände sowie die Deckenschalwagen auswirkten. Mit speziell angefertigten Ausgleichen wurden die Querneigungswechsel gemeistert. Die Durchfahrbarkeit mit Lastwagen und anderem Baugerät blieb jederzeit gewährleistet.

8 x 10,5 Meter große Schalflächen

Das Betriebs-
gebäude wurde
auf den Lärmschutztunnel gebaut
© MEVA

Das Betriebs-
gebäude wurde
auf den Lärmschutztunnel gebaut
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Für die Außenwände und die Trennwand zwischen den Röhren wurde das Schalungssystem Mammut 350 angewendet. Mehrere Elemente wurden zu 8 x 10,50 Meter großen Schalflächen verbunden. Da Mammut 350 vollflächig 100 kN/m² Frischbetondruck aufnimmt, konnte mit Zeitgewinn betoniert werden. KAB-Klapparbeitsbühnen mit integriertem Bühnenbelag und aufklappbarem Geländer boten komfortable Bedingungen. Nach dem Aushärten der Betonwände wurden die Schalungen samt Arbeitsbühnen per Autokran zum nächsten Einsatz versetzt.

Im mittleren Bereich der 850 Meter langen Einhausung wurde ein Tunnelbetriebsgebäude aufgesetzt. Hier kam zusätzlich die leichte Wandschalung AluStar zum Einsatz. Um die hohen Lasten auf den Tunnel­deckel zuverlässig abzutragen, wurden MT-60-Traggerüsttürme auf rund 1.400 Quadratmeter Fläche aufgebaut.

Bauwerk liegt sicher im Zeitrahmen

Mit Mammut 350 und KAB-Klapp-arbeitsbühnen wurden sehenswerte Wandflächen schnell betoniert
© MEVA

Mit Mammut 350 und KAB-Klapp-arbeitsbühnen wurden sehenswerte Wandflächen schnell betoniert
© MEVA
Die Betonierarbeiten für den Tunnel begannen im Februar­ 2024: Das 1,50 Meter starke Fundament wurde mit Meva-Stützkonsolen SK 150 und speziell angefertigter Stirnschalung fertiggestellt und zugleich die ersten Wandsegmente betoniert. Die acht Schalwagen waren ebenfalls im Dauereinsatz und wurden auf Schwerlastrollen verfahren. Das Anwendungstempo zog früh an. So konnten pro Woche 20 Meter des Tunnels realisiert werden. Die Deckelsegmente wurden jeweils nach etwa fünf Tagen ausgeschalt. Die Beton­oberflächen weisen eindrucksvolle Qualität auf.

Im November 2025 waren 77 der 84 Tunnelsegmente fertig. Wenn im März 2026 der letzte Block ausgeschalt ist, folgt der nächste Schritt: der Bau der beiden Tunnelportale – ebenfalls mit speziellen Meva-Lösungen.

Meva Schalungs-Systeme GmbH
www.meva.net

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