Ein Anblick, den man gerne sieht

Dreiachsig gekrümmter Fußgängersteg mit hoher Sichtbetonqualität

St. Alban ist das grüne Quartier und einer der schönsten Stadtteile Basels. Für eine neue Überquerung wurde in ein außergewöhnliches Design und in Sichtbeton investiert. Das Ergebnis zeigt: Es hat sich gelohnt.

Elegant geschwungen – der neue Fußgänger-Überweg im St. Alban Quartier in Basel.
© A. Looser

Elegant geschwungen – der neue Fußgänger-Überweg im St. Alban Quartier in Basel.
© A. Looser
Der St. Alban-Teich in Basel ist nicht, wie sein Name vermuten lässt, ein stehendes Gewässer. Vielmehr ist der „Dalbedych“, wie die Bewohner der drittgrößten Schweizer Stadt ihn nennen, ein knapp 5 km langer Kanal, angelegt bereits im 12. Jahrhundert vom Kloster St. Alban für den Betrieb von Getreidemühlen. Im 15. und 16. Jahrhundert wurden zahlreiche Mühlen für die Herstellung von Papier angetrieben, um die zahlreichen Buch­druckereien der aufstrebenden Stadt zu versorgen. Später diente die Wasserkraft der Energiegewinnung. Heute ist das Quartier St. Alban ein modernes, beliebtes Wohnviertel mit großen Grünflächen und historischem Flair, wenige Schritte vom Rhein entfernt. „Nur“ eine Fußgängerbrücke, aber die anspruchsvolle Form erforderte viel Handarbeit.
© A. Looser
„Nur“ eine Fußgängerbrücke, aber die anspruchsvolle Form erforderte viel Handarbeit.
© A. Looser

Dreiachsig gekrümmter Übergang

Der Bauherr, die Stadtgärtnerei Basel, beauftragte das Bauunternehmen Marti AG mit der Errichtung eines Brückenüberbaus. Gefordert war aber nicht der klassische Fußgängersteg, sondern ein architektonisch attraktiver Blickfänger, ein dezent dreiachsig gekrümmter Übergang mit einer Kombination aus unterschiedlichen Sichtbetonanforderungen. Nicht nur beim Betreten erschließt sich dem Nutzer eine charmante, schräg über das Wasser führende Brücke. Betrachter, die am Uferrand herabsteigen und den Blick unter das 23 m lange und 3,50 m breite Bauwerk schweifen lassen, entdecken begeisterndes Design. Der Entwurf des Architekten für die Unterseite der Brücke nimmt Form an.
© A. Looser

Der Entwurf des Architekten für die Unterseite der Brücke nimmt Form an.
© A. Looser
Baukunst von allen Seiten: Das Ergebnis rechtfertigt den hohen Aufwand.
© A. Looser
Baukunst von allen Seiten: Das Ergebnis rechtfertigt den hohen Aufwand.
© A. Looser

Glatte Flächen und Maserungen

Das Baustellenteam der Marti AG Basel um Polier
Tehvid Mahic errichtete die Brücke problemlos im gesetzten Zeitrahmen und in der geforderten Qualität. Meva Schweiz setzte die Schalungsplanung um, rund 120 m² Sonderschalung für den einmaligen Einsatz wurde von Kiefer Schalungsbau aus Holz hergestellt. Zu berücksichtigen waren Installationen für die Betonage von Wassernasen sowie die Unterlegung mit variablen Knaggen für die zuverlässige Ableitung von Kräften.

Der Sichtbeton Typ 5, entsprechend der Schweizer Betonoberflächenklasse S, sah eine Kombination unterschiedlich glatter Flächen und klassischer Holzlattung mit sichtbarer Maserung vor. Hier wurde nach Wunsch des Auftraggebers, Vorgabe des Planers und gemäß Musterbild das Projekt umgesetzt.

„Die Sonderschalung wurde in Einzelteilen geliefert und konnte bauseits, durch unsere Arbeiter, zügig montiert werden. Die Betonage verlief problemlos. Das spricht für eine optimale Schalungsplanung seitens Meva. Wir haben das Projekt pünktlich und zur Zufriedenheit unseres Auftraggebers abgeschlossen“, berichtet Marti-Bauführer Armin Looser.

www.meva.net

Objektsteckbrief

Projekt: Fußgängersteg St. Alban-Teich, Basel (Schweiz)
Bauherr: Stadtgärtnerei Basel
Bauunternehmen: Marti AG Basel

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