Schneller bauen, besser planen: Was serielles und modulares Bauen jetzt braucht
Praxisnahes Wissen, klare Begriffe, konkrete Lösungswege: Das VDI Wissensforum bringt die Branche zusammen, um aktuelle Herausforderungen im Bauen einzuordnen. Das Feedback einer Teilnehmerin der VDI-Konferenz „Modulares und serielles Bauen“ macht die zentralen Learnings greifbar.
Wie gelingt schnelleres, bezahlbares und zugleich klimaneutrales Bauen – trotz Fachkräftemangel, Kostendruck und steigender regulatorischer Anforderungen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die VDI-Konferenz zum Thema modulares und serielles Bauen am 14. Mai 2025 in Karlsruhe. Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis diskutierten Lösungsansätze, die weit über inkrementelle Optimierungen hinausgehen.
„Ein Weckruf für die Bau- und Planungskultur“
Als Weiterbildungsanbieter schaffen wir mit dem VDI Wissensforum eine Plattform, auf der die Branche aktuelles Wissen teilt und konkrete Fragen aus der Praxis gemeinsam weiterentwickelt. Wie relevant dieser Austausch ist, zeigt das Feedback der Konferenzteilnehmerin Birgit Linnamäe. Sie beschreibt ihre Eindrücke als „einen Weckruf für die gesamte Bau- und Planungskultur in Deutschland“. Serielles und modulares Bauen seien längst mehr als ein Trend: Sie entwickelten sich zunehmend zu einem entscheidenden Hebel, um Bauprozesse zu beschleunigen, Qualität zu sichern und Projekte verlässlich zu planen.
Auch die klare Einordnung zentraler Begriffe hebt Frau Linnamäe hervor. In der Praxis würden Systembauweise, Modulbau und serielles Bauen häufig synonym verwendet, obwohl die Unterschiede – etwa im Hinblick auf Bauprodukt und Bauart sowie die jeweiligen Zulassungsverfahren – von großer Bedeutung sind. Gerade an diesem Punkt wurde in der Konferenz deutlich, wie wichtig harmonisierte und verlässliche Rahmenbedingungen sind, um Innovationen nicht auszubremsen und Skalierung zu ermöglichen.
Vorfertigung, Standardisierung und digitale Planung
Als besonders einprägsam beschreibt Birgit Linnamäe einen praxisnahen Vergleich aus den Vorträgen: Warum werden beim Bauen noch immer so viele Einzelschritte auf der Baustelle ausgeführt, statt industrielle Logik konsequent zu nutzen? Die Diskussionen zu Vorfertigung, Standardisierung, Typengenehmigungen und neuen Vergabeansätzen zeigten realistische Wege auf, um Zeit, Kosten und Bürokratie deutlich zu reduzieren – ohne gestalterische Qualität einzubüßen.
Auch der digitale Zwilling wurde als zentraler Erfolgsfaktor benannt. Der Einsatz von 3D-Laserscanning, BIM und klar definierten Standarddetails ermöglicht eine präzise Vorplanung und damit eine verlässliche industrielle Vorfertigung. Ihr Fazit bringt es auf den Punkt: „Der Standard ist die neue Freiheit“ – weil er Planungssicherheit schafft und Umsetzung beschleunigt.
Insgesamt wurde deutlich: Die Transformation des Bauens ist keine Zukunftsvision, sondern eine aktuelle Gestaltungsaufgabe für Planung, Industrie und öffentliche Hand. Wir danken Birgit Linnamäe für dieses differenzierte Feedback und freuen uns darauf, den Dialog mit der Branche weiterzuführen.
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