Sonnige Aussichten

Modernes Entwässerungskonzept für Neubaugebiet in Ennepetal

„Bauen mit der Sonne“ heißt das Projekt, das die Stadt Ennepetal im Ortsteil Büttenberg durchführt. Auf 17,7 ha entstehen rund 250 Wohneinheiten für mehr als 600 Einwohner. Besonderes Augenmerk legen die Planer dabei auf eine auf die Sonne ausgerichtete Bebauung; teilweise soll in den Wohngebäuden Solarenergie genutzt werden. Doch auch für Regentage hat die Ennepetaler Stadtentwässerung (EStE) vorgesorgt: Fünf Becken, von denen zwei miteinander verbunden sind, dienen als Regenwasserrückhaltung. Um das Speichervolumen zusätzlich zu erhöhen, werden insgesamt 3100 D-Raintanks verbaut.

Bei den Erschließungsarbeiten kommen noch weitere Produkte der Funke Kunststoffe GmbH zum Einsatz: So wird das Niederschlagswasser entlang der Hembecker Talstraße in einem Sammler aus HS-Kanalrohren in den Nennweiten DN/OD 315 bis DN/OD 400 abgeleitet, während im Hausanschlussbereich Rohre DN/OD 160 und Hauskontrollschächte DN 800 für Schmutzwasser und Regenwasser eingesetzt wurden. Dort, wo die Leitungen ihre Richtung ändern, wurde außerdem eine HS-Laser- und Reinigungsöffnung verbaut.

Mit dem Erschließungsgebiet „Bauen mit der Sonne“ an der Hembecker Talstraße im Ortsteil Büttenberg verspricht die Stadt Ennepetal rund 600 potentiellen Einwohnern „sonnige Aussichten“. Insgesamt vier Baufelder sollen hier bis 2012 erschlossen werden. Aufgrund der Topographie des Geländes in Hanglage ist die Nutzung von Solarenergie ein wichtiges Thema. Aber auch an weniger trockene Zeiten hat die Ennepetaler Stadtentwässerung (EStE) bei der Planung gedacht. So hat die Gebr. Schmidt GmbH & Co. KG als Auftragnehmer drei Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von insgesamt 930 m3 angelegt. Das anfallende Regenwasser wird jeweils über einen HS-Drosselschacht in den Vorfluter bzw. in einem Fall in das nächste Becken abgegeben. „Da in dem Neubaugebiet gemäß den Vorgaben kein Oberflächenwasser versickern darf, mussten die Becken aufwendig mit Kunststoffdichtungsbahnen aus PEHD versiegelt werden. Insgesamt waren es 2700 m2“, erzählt Bauleiter Dipl.-Ing. Armin Bloss. Um das Speichervolumen zu erhöhen und somit auch für Starkregenereignisse gewappnet zu sein, kommen in Ennepetal zusätzlich D-Raintanks zum Einsatz. Die D-Raintanks – sie bestehen aus statisch berechneten Polypropylen-Gitterplatten – werden mit einem Geotextil ganz umschlossen und sorgen für Niederschlags-Stauräume. „Nach dem Verlegen, das durch das geringe Gewicht der Tanks schnell und mit nur geringem Erdaushub möglich war, haben wir die Elemente mit Rigolenkies, lehmfreiem Sand und einem Mutterboden-Sandgemisch abgedeckt“, beschreibt Bloss die einzelnen Arbeitsschritte.

Verschiedene Alternativen geprüft

„Bevor wir uns für diese Entwässerungslösung entschieden haben, haben wir mehrere Alternativen diskutiert“, erinnert sich Dipl.-Ing. Carolin Heupel von der EStE. Gemeinsam mit Funke-Fachberater Frank Recknagel hat sie auf Grundlage von Arbeitsblatt DWA-A 138 die Rigolen berechnet. Insgesamt, so kam dabei heraus, sind 3100 Tanks notwendig, die unter 2/3 der Muldenfläche eingebaut wurden. „Zur Disposition stand anfangs auch die Versickerung des Niederschlagswassers. Aus hydrogeologischer Sicht haben wir diese Lösung allerdings verworfen. Zwar ist der Untergrund gut durchlässig; durch die Hanglage bestand aber eine Vernässungsgefahr für die Unterlieger“, fasst Heupel zusammen. Somit sorgen nun die Rückhaltebecken und die D-Raintanks dafür, dass die Niederschlagsmengen zunächst gesammelt und dann über die HS-Drosselschächte mit 10 bis 20 l/sec in den Hembecker Bach eingeleitet werden. Für die Ennepetaler war der Einsatz von Kunststoffrohren eine Premiere. Weshalb sich die Planer hierfür entschieden, fasst Heupel so zusammen: „Das Material ist leicht zu verlegen und deshalb wirtschaftlich. Aufgrund des geringen Eigengewichts ist es gut zu handhaben. Außerdem hat uns der Systemcharakter der Produkte überzeugt.“

Zwei in einem

Die Tiefbauer entschieden sich auch für den Hausanschlussbereich für die entsprechenden Produkte von Funke. So verbaute die Gebr. Schmidt GmbH & Co. KG Hausanschlussrohre der Nennweite DN/OD 160 sowie 63 Hauskontrollschächte für Baufeld 1 und 35 für Baufeld 4. Funke-Fachberater Frank Recknagel beschreibt die Vorteile der Schächte: „Es ist eine Lösung nach dem Prinzip „zwei in einem“. Denn die HS-Hauskontrollschächte DN/OD 800 bieten die Möglichkeit, Schmutz- und Regenwasser getrennt durch einen Schacht abzuleiten. Das Schmutzwasser wird dabei in einem offenen Gerinne DN/OD 160 durch den Schacht geführt. Die Ableitung des Regenwassers erfolgt hingegen durch einen unter der Berme liegenden K 90-Abzweig, auf dem ein blaues HS-Kanalrohr DN/OD 160 sitzt. Die Vorteile für den Bauherrn sind klar: Er kann alle erforderlichen Wartungsarbeiten wie Kamerabefahrung, Spülung und Reinigung ganz einfach und gut erreichbar durchführen. Außerdem befindet sich auf dem Grundstück nur eine Schachtabdeckung.“ Dort, wo die Leitungen im Ortsteil Büttenberg einen Richtungswechsel vornehmen, haben sich die Ennepetaler für den Einbau einer HS-Laser- und Reinigungsöffnung entschieden. Sie ist in den Farben blau für Regenwasser und braun für Schmutzwasser erhältlich und mit zwei fest angeformten Muffen und einem Deckel mit fixierter Ringraumdichtung ausgestattet. Über diese Öffnung wurde in Büttenberg eine HS-Abwasserkontrolle gesetzt, die den Betreibern von Kanalnetzen die Möglichkeit gibt, den Zustand der Hausanschlüsse zu kontrollieren ohne den privaten Grundstücksbereich zu betreten.

Bei der Erschließung des Neubaugebietes im Stadtteil Büttenberg hat sich die Ennepetaler Stadtentwässerung für Produktlösungen von Funke entschieden, die eine langlebige und qualitativ hochwertige Entwässerung sicher stellen. Somit sind auch unterirdisch die Weichen dafür gestellt, dass bei dem Projekt „sonnige Aussichten“ bestehen.n

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