Sanierung des Mischwassersammlers Dufourstraße in Leipzig

GFK-Relining in Eiprofil 1260/1400 bis 1350/1700

Der Mischwassersammler unter der Dufourstraße gehört zu den zentralen Abwasserleitungen in Leipzigs Stadtzentrum. Da an dem über 100 Jahre alten Mauerwerk der Zahn der Zeit sichtbar „genagt“ hat, wird es derzeit durch Relining mit GFK-Eiprofilrohren des Systems Amiren der Amitech Germany GmbH auf 340 Meter Länge saniert.

Die in Wickeltechnik gefertigten Rohre werden im Auftrag der Kommunalen Wasserwerke Leipzig GmbH durch die Insituform Rohrsanierungstechniken GmbH, NL Berlin, im Zeitraum von Oktober 2009 bis Mai 2010 installiert.

Seit Ende des 19 Jahrhunderts fließt ein erheblicher Teil des Leipziger Abwassers durch den Mischwasserkanal unter der Dufourstraße. Das gemauerte Eiprofil hat dort Abmessungen von 1260/1400 (auf 240 Meter Länge) bzw. 1300/1650 mm (100 Meter). Das Bauwerk hat nicht nur ein Jahrhundert Volllast-Betrieb hinter sich, sondern auch sonst eine bewegte Geschichte. Unter anderem wurde sogar schon einmal die Fließrichtung des Sammlers umgekehrt, indem man ein Steinzeug-Sohlgerinne mit Gefälle gegen die ursprüngliche Ausrichtung einbaute.

Bauwerk dringend sanierungsbedürftig

Inzwischen leidet der Kanal an den klassischen chronischen Altersbeschwerden von Mauerwerk in der Abwassertechnik: Die Fugen sind korrodiert und zentimetertief ausgewaschen - bis zum Verlust erster Ziegel, insbesondere im Sohlbereich. Insgesamt attestierten die mit dem Sanierungskonzept betrauten Planer der ACI Aquaprojekt Consult GmbH, Dresden, dem Sammler Dufourstraße den Altrohrzustand III nach ATV M 127: Noch ohne Neubau sanierbar, aber eben auch dringend sanierungsbedürftig.

Um statisch auf der sicheren Seite zu sein und weil die Hydraulik des Kanals eine Querschnittsreduzierung zulässt, entschied man sich für eine Sanierung durch Relining mit Eiprofil-Rohren aus GFK. Den Zuschlag im Zuge der öffentlichen Ausschreibung des Vorhabens erhielt die ARGE des Tiefbauunternehmens Heinrich Lauber, Coswig, gemeinsam mit der Dresdener Zweigniederlassung der Insituform Rohrsanierungstechniken GmbH, NL Berlin, mit einem Gebot, das den Einbau von Amiren-Wickelrohren der Amitech Germany GmbH vorsah.

Im Ergebnis der statischen Berechnung nach ATV M 127 Teil 2, in den Nennweiten 800/1200 bzw. 1010/1370 ergab sich eine tragende Wandstärke von 16 bzw. 20 mm. Die Rohre wurden auf der Baustelle in Längen von drei, 1,5 und einem Meter angeliefert. Diese Variationen waren notwendig, um eine Überlagerung von Rohrverbindungen mit den 32 Anschlussstutzen im Baubereich zu vermeiden und um Bögen zu realisieren. Bei Überschreitung des zulässigen Muffenspaltes von 2 cm erfolgte ein Überlaminieren des kompletten Verbindungsbereiches durch GFK-Handlaminat.

Anspruchsvolles Relining

Wie bei ähnlichen Relining-Projekten üblich und bewährt, wurden die GFK-Rohre per Baufahrzeug-Ladekran über eine Montagebaugrube in den Kanal hinabgelassen, dort von einem Shuttle aufgenommen und damit zum Einbauort transportiert. Dieser schnellen und komfortablen Untergrund-Logistik kommt das geringe Metergewicht der GFK-Rohre sehr zugute. Da das neue Rohr ein Untermaß gegenüber dem alten Bauwerk hat, wurde es mit stählernen Abstandhaltern exakt waagerecht ausgerichtet und fixiert; der entstehende Ringraum wurde mit einem hochfließfähigen Dämmstoff verfüllt. Zu den weiteren Arbeiten gehört auch das Relining eines Seitenkanals 860/1350, der ebenfalls mit GFK-, allerdings mit Kreisprofil-Rohren (Flowtite-System) DN 400 saniert wird, da diese aufgrund geänderter hydraulischer Bedingungen ausreichend sind. Außerdem wurden bei diesem Projekt sämtliche Zuläufe zum Sammler Dufourstraße erstmals der historisch geänderten Fließrichtung angepasst – bislang mündeten sie alle noch in spitzem Winkel gegen die „neue“ Fließrichtung ein. Nachdem die gesamte Maßnahme am 12.10.2009 begonnen worden war, galt es dem Leipziger Weihnachtsmarkt zuliebe um den Jahreswechsel eine achtwöchige Pause einzulegen, während der die Baustelle komplett geschlossen wurde – einschließlich aller Baugruben. Nichtsdestoweniger lag man Mitte März 2010 so im Plan, dass einer pünktlichen Inbetriebnahme des neuen Sammlers Ende Mai 2010 nichts im Wege stand.

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