Gegen Starkregen gewappnet

Entwicklung und Herstellung von wasserdurchlässigen Pflasterziegeln

Der wasserdurchlässige Pflasterziegel ist eine geschlossene, keramische Oberflächenbefestigung, die das Versickern von Oberflächenwasser an Ort und Stelle ermöglicht. Die Wasserdurchlässigkeit ist 5-mal größer als normativ gefordert.

Im Allgemeinen werden Gittersteine aus Keramik oder Beton für versickerungsfähige Verkehrsflächen verwendet oder die Wasserdurchlässigkeit wird durch ein geeignetes Verlegemuster erreicht. Massive wasserdurchlässige Betonsteine (Drainbeton) sind ebenfalls erhältlich, die Anwendung ist geregelt [1]. In diesem Merkblatt und in [2] werden Vorschriften gemacht, wie wasserdurchlässige Deckschichten zu verlegen sind.

Im Keramikinstitut wurde ein wasserdurchlässiger Pflasterziegel entwickelt. Die Entwicklung basiert auf keramischen Filtern, bei denen ein Gerüstkorn durch Additive während des Brandes „verklebt“ wird, aber gleichzeitig die Schwindung verhindert. Durch die Volumenverringerung des „Klebers“ beim Brand und der nicht möglichen Schwindung entstehen offene Poren, die am Ende Kanäle bilden. Die Kanäle ermöglichen die Wasserdurchlässigkeit des Ziegels.

Anforderungen erfüllt

Der wasserdurchlässige Pflasterziegel erfüllt alle relevanten Eigenschaften der EN 1344 [3] und die in [1] geforderte Wasserdurchlässigkeit.

Die Herstellung erfolgt aus klassischen, keramischen Rohstoffen, mit anschließender Formgebung, Trocknung und Brand bei über 1.000°C. Damit ist die Definition eines keramischen Pflasterziegels erfüllt (Abschnitt 3.1. in [3]). Durch die Rohstoffe und die Brennbedingungen sind verschiedene Farben möglich.

Der Frost-Tau-Widerstand wurde durch eine akkreditierte Prüfstelle und intern nachgewiesen. Die Bedingungen dieses Tests sind auf wasserundurchlässige Pflasterziegel zugeschnitten, das heißt, es ist kein Wasserablauf in den Unterbau möglich. Wegeni ihrer großen Poren weisen die wasserdurchlässigen Pflasterziegel nach den vorgeschriebenen 100 Frost-Tauwechseln trotzdem keine Schäden auf. Die Wasserdurchlässigkeit beträgt mindestens 25* 10-5m/s und ist damit 5x größer als gefordert.

Demonstrationsfläche

Vor dem Haupteingang des Innovations Centrums Meißen wurde eine Fläche von ca. 50 m² als Demonstrationsfläche mit wasserdurchlässigen Pflasterziegeln gepflastert. Der Oberbürgermeister und zwei Mitarbeiter des Keramikinstituts eröffneten die Fläche. Während der Oberbürgermeister vorsichtig einen Starkregen auf die Fläche bringt, kennen die Entwickler die Leistungsfähigkeit der Fläche. Die Wassermenge wird problemlos an den Unterbau weitergegeben. Die Fläche ist bequem begehbar, hat keinen Unkrautwuchs, keine Ausspülungen nach Starkregenereignissen und ist rutschfest selbst bei Regen. Eine Verringerung der Wasserdurchlässigkeit durch Verstopfung der Poren auf Werte kleiner 5* 10-5m/s ist wegen der großen Reserven unwahrscheinlich.

 

KI Keramik-Institut GmbH

www.keramikinstitut.de

 

 

[1] Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen: Merkblatt für Versickerungsfähige Verkehrsflächen (MVV R2), Ausgabe 2013.

[2] Sönke Bogwart: „Geeigneter Oberbau für wasserdurchlässiges Pflaster“. Betonwerk + Fertigteil-Technik BFT, 3 (1995).

[3] DIN EN 1344: Pflasterziegel – Anforderungen und Prüfverfahren.

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