KANALREINIGUNG

Digital mit GIS-Anbindung

Die dokumentierte Kanalreinigung bietet die Möglichkeit, beim Reinigungsvorgang gewonnenes Datenmaterial wieder in das GIS des Auftraggebers zurückzuführen. Bei wiederkehrender Anwendung können über Filterfunktionen Gebiete mit ständig geringer Verschmutzung genauso wie Abschnitte mit stärkerer Verschmutzung dargestellt werden. Auf dieser Datengrundlage lässt sich ein Plan für eine bedarfsgerechte Reinigung erstellen, um so nachhaltig Kosten einzusparen, ohne Qualitätsverluste hinnehmen zu müssen.

Seit mittlerweile 1986 führt die K. Oberreiter GmbH aus Töging am Inn für Kommunen, Industrie und Privateigentümer Dienstleistungen „rund um den Kanal“ aus. Neben der TV-Untersuchung und Kanalsanierung bildet die Kanalreinigung ein Standbein der Fa. Oberreiter. Dabei erstreckt sich das Einsatzgebiet von Süddeutschland bis Österreich. Der modern ausgestattete Fuhrpark umfasst mehrere Spül- und Saugfahrzeuge mit Wasserrückgewinnung oder Gefahrgutausrüstung, eine mobile Reinigungseinheit für Einsätze im Gelände und zwei HD-Spülgeräte für den Hausanschlussbereich.

Digitale Dokumentation

Seit 2011 ist auf den Spül-Saugfahrzeugen eine Software zur digitalen Dokumentation der Kanalreinigung installiert. Dabei übergibt der Auftraggeber die Stammdaten inkl. Planunterlagen der zu reinigenden Streckenabschnitte über eine Exportschnittstelle aus dem GIS direkt an den Dienstleister. Die übergebenen Daten enthalten einen digitalen Plan, die Bezeichnung der Schächte und Haltungen, die Durchmesser, Längen und Materialien der zu reinigenden Kanäle. Zusätzlich kann je nach Rohrmaterial auch ein maximal zulässiger Reinigungsdruck vorgegeben werden. Dies ist vor allem bei bereits sanierten Kanalabschnitten von Bedeutung.

Der Fahrer des Kanalreinigungsfahrzeuges wählt vor Ort am PC den Arbeitsschacht und den Endschacht des aktuellen Reinigungsabschnittes aus und erhält aus dem Programm die Haltungslängen, Durchmesser und den maximalen Reinigungsdruck für diesen Abschnitt. Diese Angaben werden auch auf das Bedienpult am Heck des Fahrzeuges übertragen. Alle wichtigen Parameter der jetzt durchgeführten Kanalreinigung werden digital gespeichert. Die notwendigen Messwerte werden automatisch über Sensoren erfasst und über die SPS-Steuerung an den PC übertragen. Folgende Werte werden während der Reinigung aufgezeichnet: GPS-Position, Datum, Uhrzeit, Haltungsbezeichnung (von Schacht-nach Schacht), Druck an der Hochdruckpumpe und Druck an der Reinigungsdüse, Reinigungsgeschwindigkeit, Anzahl der Reinigungsdurchgänge, Dauer des Reinigungsvorganges, Einsatz und Dauer der Vakuumpumpe. Zusätzlich können vom Bedienpersonal noch weitere Informationen wie der Verschmutzungsgrad, die Art der Verschmutzung, optisch erkennbare Mängel oder sonstige Bemerkungen eingegeben werden. Neben der Reinigung der Haltungen wird natürlich auch die Reinigung der zugehörigen Schächte dokumentiert.

Die gesammelten Daten werden optisch anschaulich auf einem Bericht zusammengefasst und dem Auftraggeber übergeben. Über die verwendete Software können auch detaillierte Angaben über die tägliche oder monatliche Reinigungsleistung erstellt werden. Dadurch wird die Abrechnungskontrolle der ausgeführten Leistung für den Auftraggeber sehr erleichtert. Zur besseren Übersicht wird mit der Abrechnung ein Kartenausdruck an den Kunden übergeben, in dem alle gereinigten Haltungen farblich hervorgehoben werden.

Nutzen für den Auftraggeber

Durch die lückenlose Aufzeichnung der Kanalreinigung ergeben sich für den Kunden eine Reihe von Vorteilen. Zum einen liegt ein Nachweis der durchgeführten Kanalreinigung vor. Sollte es aus irgendwelchen Gründen zu einer Verstopfung oder Geruchsbelästigung im Kanalsystem kommen, so kann mit den Reinigungsprotokollen genau nachgewiesen werden, dass der Unterhaltspflicht durch eine regelmäßige Reinigung nachgekommen wurde. Zu dem kann die fachgerechte Ausführung der Reinigungsleistung überwacht werden. Da sowohl der Spüldruck als auch die Reinigungsgeschwindigkeit aufgezeichnet wird, kann der Auftraggeber auch im Nachhinein noch feststellen, ob der Dienstleister eine gewissenhafte Reinigung oder nur eine oberflächliche Reinigung mit zu hoher Zuggeschwindigkeit der Spüldüse durchgeführt hat, um die Tagesleistung zu erhöhen. Im Falle von selten vorkommenden Ausblasungen in angrenzenden Gebäuden kann der Dienstleister auch im Nachhinein einen auf die Umgebung angepassten Spüldruck nachweisen. Vor allem partielle Sanierungsverfahren wie z.B. das Kurzlinerverfahren sind gegen zu hohe Spüldrücke anfällig. Durch die Vorgabe der Spüldrücke durch den Auftraggeber kann hier eine Beschädigung ausgeschlossen werden. Sollten bei einer TV-Untersuchung an der Sanierungsstelle trotzdem Mängel festgestellt werden, so kann der Auftraggeber gegenüber der Sanierungsfirma einen Nachweis erbringen, dass nur mit einem der Sanierung angepassten Druck gereinigt wurde.

Rückführung ins GIS

Der größte Vorteil der dokumentierten Kanalreinigung liegt in der Möglichkeit, die gewonnenen Daten wieder in das GIS des Auftraggebers zurückzuführen. So können alle Reinigungsparameter per Mausklick aufgerufen werden. Bei wiederkehrender Anwendung der dokumentierten Kanalreinigung können über Filterfunktionen Gebiete mit ständig geringer Verschmutzung genauso wie Abschnitte mit stärkerer Verschmutzung dargestellt werden. Auf dieser Datengrundlage lässt sich dann ein Plan für eine bedarfsgerechte Reinigung erstellen. Daraus ergibt sich meist eine Kosteneinsparung im Unterhalt, ohne an der Qualität und Betriebssicherheit zu sparen.

Dokumentation erfolgreich eingeführt

In den Jahren 2011 und 2012 wurden durch die Fa. K. Oberreiter GmbH insgesamt ca. 200 km Kanalreinigung digital dokumentiert. Die Kunden waren alle mit den gelieferten Daten zufrieden und wussten die Vorteile zu schätzen.

Bekanntheit erweitern

Da die Möglichkeiten der dokumentierten Kanalreinigung sowohl bei Ingenieurbüros als auch bei Kunden bisher wenig bekannt sind, steht die Fa. K. Oberreiter GmbH bei Fragen zum System oder Ausschreibungen gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.

Autor
Dipl.Ing. (FH) Markus Heuwieser
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