Sanierung und Ausbau einer Gemeindehalle

Materialsparende Traggerüstlösung mit TwixBeam

Beim Neubau einer Gemeindehalle konnte durch Einsatz des TwixBeams die Anzahl der Allround-Traggerüsttürme TG 60 und damit die Montagezeit reduziert werden. Die Umsetzung von Baustellenanforderungen war ebenfalls möglich.

Großzügiges und damit materialsparendes Raster, optimale Geometrieanpassung am Randbereich und Integration von Arbeitsebenen: die Kombination aus Allround-Traggerüst TG 60 und TwixBeam als Systemjochträger überzeugte.
© Layher

Großzügiges und damit materialsparendes Raster, optimale Geometrieanpassung am Randbereich und Integration von Arbeitsebenen: die Kombination aus Allround-Traggerüst TG 60 und TwixBeam als Systemjochträger überzeugte.
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Ende 2021 wurde in der 15 Kilometer südwestlich von Heilbronn gelegenen Gemeinde Kirchheim am Neckar mit dem teilweisen Abbruch der Gemeindehalle begonnen. Die Benutzung des 1965 eingeweihten Gebäudes war aus technischen und brandschutzrechtlichen Gründen nur noch unter Auflagen und unter Vorbehalt möglich. Geplant ist, die Halle für rund 13 Millionen Euro zu sanieren und gleichzeitig um eine Kindertagesstätte zu erweitern. Komplett runderneuert wird der große Saal mit einer Mehrfachnutzung sowohl für Sport als auch als „gute Stube“ für kulturelle Veranstaltungen. Erhalten und komplett erneuert wird daneben das Lehrschwimmbad im Untergeschoss, der seitherige Gymnastiksaal wird vergrößert, eine Gymnastikhalle angebaut und auch die Umkleide- und Duschmöglichkeiten für den Außensportbereich finden künftig Platz in der neuen Gemeindehalle.

Effiziente Schalungsunterstützung

Großes und damit materialsparendes Raster
© Layher

Großes und damit materialsparendes Raster
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Der Startschuss für die Hochbauarbeiten an der neuen Halle fiel im Februar 2022. Für das Betonieren einer Flachdecke mit 42 Zentimeter Deckenstärke war eine mehr als 200 Quadratmeter große und rund 6 Meter hohe Schalungsunterstützung erforderlich. Angesichts des engen Zeitfensters suchte das Besigheimer Bauunternehmen Karl Köhler nach einer effizienten und zugleich flexiblen und sicheren Lösung.

Die Kombination aus Allround-Traggerüst TG 60 und Aluminium-Träger TwixBeam setzte sich im Auswahlverfahren gegen die klassische Lösung mit H-20-Holzträgern durch. Der TwixBeam als Systemjochträger erlaubte sowohl eine termingerechte Montage als auch die Umsetzung aller Baustellenanforderungen im System.

Materialsparender und wirtschaftlicher Aufbau

Optimale Geometrieanpassung am Randbereich
© Layher

Optimale Geometrieanpassung am Randbereich
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Das modulare System TG 60 passt sich flexibel an Lastvorgaben an. Dieser Vorteil
wird durch die Tragfähigkeit von H-20-Jochträgern jedoch oft eingeschränkt. Mit dem TwixBeam als Systemjochträger war es dagegen möglich, die Feldlängen der Traggerüsttürme auf 2,57 Meter und die Zwischenfelder auf 2,07 Meter zu strecken. Dies sparte Material und Montagezeit. Darüber hinaus entfielen im Vergleich zu Holzträgern nicht nur die zeitintensiven Planungen der Jochträgerlage, sondern auch kostenintensive Sägearbeiten – ein Paradebeispiel für mehr Baustelleneffizienz.

Optimale Geometrieanpassung und sicheres Arbeiten

Kombination aus TwixBeam und Einschubträger
© Layher

Kombination aus TwixBeam und Einschubträger
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Als Ausbauteil wurde der TwixBeam Einschubträger an den Trägerenden auskragend montiert. Durch die verschiedenen Auszugslängen konnten Anpassungen an die Gebäudegeometrie am Randbereich nahezu stufenlos mit Serienbauteilen erfolgen.

Sicheres Arbeiten durch integrierte Arbeitsebenen

Das TG 60 ist als integrierte Lösung mit allen Allround-Ausbauteilen kombinierbar. Um die Schalungsarbeiten einfacher und sicherer zu machen, wurden bei diesem Projekt einfach Arbeitsebenen und Laufgänge unterhalb der Schalung integriert – mit Serienböden.

Wilhelm Layher GmbH & Co KG

www.layher.com

„Die logische Ergänzung zum TG 60“

Gespräch mit Horst Köhler, Geschäftsführer der Bauunternehmung Karl Köhler GmbH, Besigheim

THIS: Hallo, Herr Köhler. Ihr Unternehmen hat in Kirchheim erste Erfahrungen mit dem TwixBeam gesammelt. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Horst Köhler: Der TwixBeam ist für mich die logische Ergänzung zum Traggerüst TG 60. Dieses Bauteil hat meiner Meinung nach das Zeug dazu, den Traggerüstbau in mehreren Bereichen weiter zu verbessern.

THIS: Das klingt nach positiven Erfahrungen – in welcher Hinsicht?

Horst Köhler: Da ist zum einen die gesteigerte Effizienz, die aus dem verringerten Materialeinsatz und dem einfachen Handling resultiert. Mit dem TwixBeam können wir die Stärken des TG 60 und seine hohe Tragfähigkeit  voll ausschöpfen. In Kirchheim kamen wir dank des TwixBeams mit 84 Stielen, also 21 Traggerüsttürmen aus. Mit H-20-Holzträgern hätten wir 108 Stiele, also 27 Traggerüsttürme benötigt. Hätten wir konventionell mit Stahlrohrstützen gearbeitet, hätte es 140 Stiele gebraucht. Die reduzierte Anzahl an Teilen, das im Vergleich geringe Gewicht und die einfache Handhabung des TwixBeams führten bei uns dann automatisch zur Zeitersparnis.

THIS: Konnten Sie von diesem Vorteil bereits beim Ersteinsatz des TwixBeams in Kirchheim profitieren?

Horst Köhler: Konnten wir. Das Traggerüst in Kirchheim wurde nicht von spezialisierten Gerüstbauern, sondern direkt von unseren Mitarbeitern errichtet. Für die meisten war es der erste Kontakt mit dem Gerüstbau, und dennoch lief der Aufbau absolut reibungslos. Ich war selbst vor Ort und habe mit den Mitarbeitern gesprochen. Alle waren zufrieden, einer von ihnen sagte mir sogar: „Das ist eine schöne Arbeit, macht Spaß.“ Im Zusammenhang mit einer körperlich fordernden Arbeit wie dem Gerüstbau habe ich das in all meinen Jahrzehnten auf dem Bau noch nie gehört. Bei diesem Termin wurde mir aber auch bewusst, welchen Fortschritt der TwixBeam hinsichtlich der Arbeitssicherheit bedeutet.

THIS: Inwiefern?

Horst Köhler: Weil sich die Arbeiter, egal ob beim Einschalen oder beim Ausschalen, auf der Arbeitsebene unterhalb der Schalung jederzeit sicher bewegen können, in jeder Höhe. Da der TwixBeam ein luftigeres Raster ermöglicht, steht zudem eine größere Arbeitsfläche als bei Verwendung von H-20-Trägern zur Verfügung. So kann während des Auf- und Abbaus auf der Belagsebene Material abgestellt werden, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Unterm Strich kann ich nur sagen: Wir sind begeistert und freuen uns auf die kommenden Projekte.

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