Macht kommt von Machen
Zwei Tage voller Gespräche, Diskussionen und AustauschAm 18. Juni war es zum fünften Mal wieder so weit: Das jährliche Projo Summer Summit fand erneut in Berlin statt – diesmal in der St. Elisabeth-Kirche am Weinberg in Berlin und, anders als in den Jahren davor, bei strahlendem Sonnenschein. Über zwei Tage verteilt erwarteten die mehr als 400 teilnehmenden Planenden, Architekt:innen, Ingenieur:innen und Mitglieder der projo-Community Podiumsdiskussionen, Vorträge und Workshops unter dem Motto „Macht kommt von Machen“.
Der diesjährige projo summer summit stand unter dem Motto "Macht kommt von Machen"
© Anna Dörscheln
Zwar gibt es zwischen "Macht" und "machen" keinen linguistischen Zusammenhang, aber die Vortragenden haben in ihren Fachbereichen dennoch gezeigt, wie sich dieses Motto in ihrem Schaffen niederschlägt. So thematisierte Architektin Kim LeRoux etwa, welchen Einfluss weibliche Führungskräfte in Planungsbüros haben können, am Beispiel ihres komplett unter weiblicher Führung gegründeten Architekturbüros LXSY. Dort liegt der Fokus auf zirkulärem Bauen mit einem klaren Bewusstsein für die Umwelt und dessen Limitationen. LeRoux stellt klar: „Macht zu teilen bedeutet nicht, dass niemand entscheidet – es bedeutet, dass Entscheidungen bewusst getroffen werden.“ Sie berichtet außerdem, dass in ihrer eigenen Erfahrung Konflikte eher zwischen weiblichen Führungskräften und der Bauherrnschaft als auf der Baustelle entstehen.
Innerhalb von Breakout-Sessions konnten die Vortragsthemen vertieft und weiter diskutiert werden
© Anna Dörscheln
Dr. Hans-Christian Klein, KI-Experte und Architekt, thematisierte Macht hingegen in Bezug auf die Ebenen der KI-Wertschöpfung in Planungsbüros und wie eine erfolgreiche Eingliederung von Künstlicher Intelligenz in Arbeitsprozesse eine Form von Macht sein kann. Klein appelliert: „Ergreift die Macht, euer eigenes Planungsbüro zu gestalten.“
Weitere Vorträge wie etwa die Keynote „Die Psychologie der Macht“ von Wirtschaftspsychologe Carsten Schermuly oder „Führen mit Zahlen“ von Andreas Preissing, Vorstand der Dr.-Ing Preissing AG greifen das Fokusthema auf, betrachten es jedoch unter völlig unterschiedlichen Gesichtspunkten.
Besonders hervorzuheben ist vor allem die Rolle des Publikums, oder der „Community“, von der immer wieder gesprochen wird: Nicht zuletzt durch die hochinteressierten und engagierten Fragen während der Podiumsdiskussionen und den Grundsatz „Gerne per Du“ wurde deutlich, wie geschätzt die Informations- und Netzwerk-Möglichkeiten eines solchen Events sind.
Das Publikum war bei jeden Vortrag hochinteressiert und hat zahlreiche Fragen gestellt
© Anna Dörscheln
An Tag zwei des „Summer Summit“ lag der Fokus noch intensiver auf der Community: während an Tag eins die Vorträge dominierten, standen in der zweiten Hälfte der Veranstaltung Workshops und Masterclasses an der Tagesordnung. Unter der Leitung der Vortragenden sowie des Projo Support Teams konnten die zentralen Aspekte der Vorträge noch weiter vertieft und praktisch angewendet werden.
Zum Abschluss der Veranstaltung sind wohl nicht nur Begriffe wie „Ungewissheitstoleranz“ und „Empowermentstrukturen“ in den Sprachgebrauch der Teilnehmenden übergegangen, sondern auch der Wunsch von Geschäftsführer Arne Semmler: „Seid offen, vernetzt euch“.
projo GmbH
www.projo.berlin
Autorin: Anna Dörscheln
