Holcim Deutschland spürte 2009 Gegenwind

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Geschäftsjahres 2009 fielen im Vergleich zum Vorjahr merklich ungünstiger aus. Allein in Deutschland brach das Bruttoinlandsprodukt um 5 Prozent ein – so stark wie nie zuvor in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Dies hatte Auswirkungen auf die Bauwirtschaft und damit auch auf die Geschäftsbereiche der Holcim Deutschland Gruppe. Trotz der schwierigen Umstände gelang es der Unternehmensgruppe auch im Jahr 2009, das Geschäftsjahr erneut mit einem insgesamt zufriedenstellenden Ergebnis abzuschließen und die hohe Kundenorientierung zu halten. Die Umsatzerlöse der Unternehmensgruppe sanken im Jahr 2009 leicht auf 364 Mio. € (Vorjahr 366 Mio. €) ab.

Dieses Umsatzniveau konnte nur aufgrund der erstmaligen Einbeziehung der nordrhein-westfälischen Betonaktivitäten in den Konsolidierungskreis gehalten werden. „Mit konzentriertem Preis- und Margenmanagement, einer guten Auslastung der Zementwerke, strikter Kostendisziplin, engagiertem Qualitätsmanagement und aktiver Mitarbeiterinformation erzielten wir wichtige Beiträge zur Sicherung unserer Wertschöpfungskette“, erklärt Leo Mittelholzer, Vorstandsvorsitzender der Holcim (Deutschland) AG.


Segmente

Im Segment Bindemittel verzeichnete das Inlandsgeschäft deutliche Rückgänge. Demgegenüber sorgte insbesondere das Projektgeschäft für erfreuliche Lichtblicke: Holcim Deutschland versorgt seit dem Frühjahr 2009 das Großprojekt Nord Stream, den Bau der Ostseepipeline von Russland nach Deutschland, mit Zement. Auch die Exportgeschäfte halfen im abgelaufenen Geschäftsjahr, bei einem insgesamt schwächeren Inlandsmarkt die Auslastung der Zementwerke zu sichern. Im Segment Zuschlagstoffe wehte im Markt ein härterer Wind: Die Nachfrage aus dem Straßenbau ging merklich zurück und Verzögerungen bei Großobjekten führten zu einer schwächeren Kapazitätsauslastung. In Niedersachsen wurde die Position im Marktbereich Hannover/Celle/Hildesheim durch den Aufbau der Kieswerke Penzhorn und Ruthe sowie durch die Übernahme des Kieswerkes Uetze zum Januar 2010 erneut deutlich gestärkt. Das Segment Weitere Baustoffe und Serviceleistungen blickt gleichfalls auf ein herausforderndes Geschäftsjahr zurück: So spürten die Bereiche Transportbeton und Betonfertigteile im Jahresverlauf einen verstärkten Preis- und Mengendruck. Beim Transportbeton standen zudem die Optimierung der Standorte in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern sowie die weitere Industrialisierung im Fokus. Ferner wurde die Integration der 2008 erworbenen Vetra-Gruppe wie geplant fortgesetzt.

 

Ausblick

Aufgrund der bestehenden schwierigen Rahmenbedingungen bleiben Prognosen für 2010 weiter schwierig. Konjunkturelle Frühindikatoren sprechen für eine Fortsetzung der langsamen Erholung der deutschen Wirtschaft. Allerdings reagiert die Baukonjunktur als „Spätzykliker“ immer mit einer zeitlichen Verzögerung auf allgemeine Konjunkturentwicklungen. „Die Holcim Deutschland Gruppe geht somit in schwieriger werdende Jahre 2010 und 2011. Der harte Winter in den ersten zehn Wochen des laufenden Geschäftsjahres wirkt zusätzlich belastend auf den Geschäftsverlauf. Ausgehend von der bislang zufriedenstellenden Ertragslage im Jahr 2009, einer ausgewogenen Vermögenslage und einer gesicherten Liquiditätslage mit ausreichenden Finanzierungsreserven stellen wir uns auf herausfordernde Umstände ein: Die zu erwartende Ertragslage in den kommenden zwei Jahren wird sich bei rückläufigen Absatzmengen und Umsatzerlösen auf einem niedrigeren Niveau einpendeln“, erwartet Vorstandschef Leo Mittelholzer.

[www.holcim.com/de]

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