Baukonjunktur im Oktober: Umsätze weiterhin stabil, öffentliche Baunachfrage drückt Auftragseingänge ins Minus

Trotz der zunehmenden konjunkturellen Risiken entwickeln sich die Umsätze im Bauhauptgewerbe weiterhin stabil. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, ist der Umsatz im deutschen Bauhauptgewerbe im Oktober 2011 im Vergleich zum Vorjahresmonat um nominal 2,8 % gestiegen. Für die ersten zehn Monate ergibt sich damit ein Umsatzplus von immerhin 11,5 %. Angesichts der guten Witterungsbedingungen rechnet der Hauptverband für die letzten beiden Monate des Jahres nicht mit einem Produktionsrückgang, der Umsatz in der Branche dürfte das Vorjahresniveau um gut 9 % übertreffen.

Die Schwäche des Öffentlichen Baus hat jedoch den Auftragseingang erstmals seit Dezember 2010 ins Minus gedrückt: Das Auftragsvolumen blieb im Oktober um nominal 3,2 % (real: - 6 %) hinter dem Vorjahresniveau zurück. In den ersten zehn Monaten legten die Aufträge dennoch um nominal 5,9 % (real: + 3,0 %) zu. Der Auftragsbestand lag trotz der hohen Produktion Ende September noch um nominal 3,0 % über, real auf dem Vorjahresniveau.

Getragen wird die Baukonjunktur weiterhin vom Wohnungsbau. Nach der vorübergehenden Schwäche im September legten im Oktober die Auftragseingänge wieder um 16,7 % zu (Jan. - Okt.: + 19,8 %). Auch beim Umsatz war mit 4,3 % ein stabiles Wachstum zu verzeichnen, für die ersten zehn Monate lag dieses sogar bei 16,3 %. Angesichts der ebenfalls positiven Entwicklung bei den Baugenehmigungen (Zahl der genehmigten Wohnungen in neuen Wohngebäuden von Januar bis Oktober: + 21 %) rechnet der Hauptverband auch für 2012 mit einer positiven Entwicklung.

Der Wirtschaftsbau lieferte im Oktober ein widersprüchliches Bild: Während der Auftragseingang im Wirtschaftshochbau um 11,8 % wuchs (z.B. Bürogebäude), ging die Nachfrage nach Tiefbauleistungen um 16,1 % zurück (z.B. Leitungsbau, Schienenwege). Insgesamt lagen die Auftragseingänge mit - 0,6  % leicht unter dem Vorjahresniveau (Jan. - Okt.: + 11,4 %). Dagegen nahm der Umsatz um 7,4 % zu, in den ersten zehn Monaten lag damit das Umsatzwachstum bei 13,2 %. Zwar übertraf in den Monaten Januar bis Oktober das Genehmigungsvolumen (veranschlagte Baukosten) im Wirtschaftsbau das Vorjahresniveau um 19 %. Dennoch befürchtet der Hauptverband, dass die anhaltende Unsicherheit die Investitionen 2012 dämpfen wird.

Im Öffentlichen Bau macht sich seit der Jahresmitte das Auslaufen der Konjunkturprogramme zunehmend bemerkbar: Der Auftragseingang ging im Oktober um 15,0 % zurück (Jan.: - Okt.: - 5,1 %). Auch die Umsätze lagen um 3,5 % unter dem Niveau des Vorjahres, angesichts des äußerst starken ersten Quartals ergibt sich für die ersten zehn Monate aber noch ein Plus von 4,6 %. Der Rückgang des Genehmigungsvolumens (veranschlagte Baukosten) für Januar bis Oktober von 19 % lässt allerdings für 2012 nichts Gutes erwarten.

Alle Angaben beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.

Auch im Internet abrufbar: www.bauindustrie.de

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