Zwischen Tradition und Moderne

Stadtvilla in Dresden aus Liapor-Leichtbeton

Wie sich Elemente einer Gründerzeitvilla in einem Neubau interpretieren lassen, zeigt die Stadtvilla. Die Gebäudehülle führt die Massivität der umgebenden Sandsteinbauten weiter und bietet dazu ein Höchstmaß an Energieeffizienz.

Am Hang des Elbtals östlich von Dresden befindet sich ein Ende des 19. Jahrhunderts errichtetes Villenviertel. Kennzeichnend für die Altbauten sind die vorgesetzten Balkone, die Walmdächer mit Dachgauben und das massive Sandsteinmauerwerk. Beim Bau eines neuen Wohnhauses im Viertel galt es, die Stilelemente aus der Gründerzeit in eine moderne Architektursprache zu interpretieren. Beauftragt mit der Konzeption und Umsetzung wurde die Berliner BAP. Architekten & Ingenieure GmbH. „Es sollte ein moderner Baukörper entstehen, der bewusst die klassischen Stilelemente des Altbestands aufgreift“, erklärt Dipl.-Ing. Architekt und Geschäftsführer Torsten Möbis. „Gleichzeitig sollte sich das Haus durch Massivität auszeichnen und damit auch Bestand haben gegenüber den umgebenden historischen Bauwerken.“

Multifunktionale Gebäudehülle

Entstanden ist ein dreigeschossiger Neubau, der anstelle der Walmdachgauben ein zurückgesetztes Dachgeschoss aufweist. Der traditionelle Balkonvorbau findet sich im zweigeschossigen Fenstervorsatz oder auch im vorgelagerten Eingangsbereich wieder. Der Grundkörper des Wohnhauses ist kompakt und entspricht in seiner Dimension den benachbarten Altbaukubaturen. Auch in seiner Materialität fügt sich das unter privater Bauherrschaft errichtete Objekt in die Umgebung ein: Denn bis auf das Dachgeschoss besteht die gesamte Gebäudehülle aus Liapor-Leichtbeton in 55 Zentimetern Stärke. Die monolithische, homogene Bauweise erfüllt den Wunsch nach Massivität und Dauerhaftigkeit, wobei sich die Fassadenflächen zudem durch Wertbeständigkeit und Wartungsfreiheit auszeichnen. Das hohe Wärmedämmvermögen sorgt außerdem für höchste Energieeffizienz und niedrige Heizkosten. Dazu kommen das Wärmespeicherungsvermögen und die Diffusionsoffenheit des Baustoffs. Beide Faktoren tragen ganz entscheidend dazu bei, dass im Gebäude ein besonderes Komfortklima mit Wohlfühlfaktor herrscht. „Wir haben zu jeder Tageszeit und das ganze Jahr über ein höchst angenehmes, ausgeglichenes Raumklima, das der bewährten Atmosphäre der traditionellen Sandsteinbauten entspricht“, berichtet der Bauherr. 

Blähtonkugeln

Die besondere Leistungsstärke des Leichtbetons hinsichtlich Wärmedämmung, -speicherung und Diffusionsoffenheit ergibt sich aus den im Baustoff enthaltenen Blähtonkugeln. Gebrannt aus naturreinem, rund 180 Millionen Jahre altem Lias-Ton, weisen sie im Inneren eine gleichmäßige, feine Porenstruktur und eine mäßig raue, geschlossene Oberfläche auf. Dieser Aufbau sorgt auch dafür, dass der Blähton Wasserdampf aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben kann, wodurch ein gesundes Raumklima entsteht.

Natursteinoptik

Insgesamt kamen bei den Außenwänden der Stadtvilla rund 110 Kubikmeter eines Leichtbetons LC12/13 D1.2, XC4, XF1, XF4 mit Körnung 3,5 und Sand K0/2, CEM II AL 42,5 R sowie Steinkohleflugasche zum Einsatz. Hergestellt und geliefert wurden sie vom Transportbetonwerk BCS Natur- und Spezialbaustoffe GmbH in Dresden. Die Betonage erfolgte über Schüttkübel in großformatigen Rahmenschalungen mit unauffälligem Stoßfugenmuster. Alle Leichtbetonwände wurden in der Sichtbetonklasse SB1 ausgeführt und außenseitig noch hydrophobiert. In allen Sichtbetonflächen sind stellenweise Lunker und einzelne Schüttungslagen schwach erkennbar. Daraus ergibt sich eine ganz besondere Wirkung: „Die Leichtbeton-Oberflächen ähneln nicht nur optisch dem Sandstein, sondern weisen auch die gleiche Haptik auf“, so die Eigentümer.

Liapor GmbH & Co. KG

www.liapor.com

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