SCHUTZ FÜR DONAU-DEICHANLAGE

Schlauchlining im Hochwasserschutz

Sicherheit gegen ein 100-jähriges Hochwasserereignis zu gewährleisten, ist kein leichtes Unterfangen. Der Freistaat Bayern gab dem Landesentwicklungsprogramm entsprechend ein deutschlandweit einzigartiges Projekt in Auftrag: die Ertüchtigung des Hochwasserschutzes auf einer 20km langen Strecke entlang der Donau von Straubing bis Vilshofen.

Dies bedeutet den Neubau eines 900m langen Ringdeichs sowie die Erhöhung der vorhandenen Deiche um die Straubinger Kläranlage. Die Stadt Straubing sanierte zudem neue Vortriebsrohre. Durch den Einsatz eines Schlauchliners erhöhte sie damit die Sicherheit und profitierte von schnellen Einbauzeiten.

Im September 2011 erhielt die Swietelsky-Faber GmbH, Niederlassung Landsberg den Zuschlag für die Durchführung der Sanierungsarbeiten. Anfang April 2012 realisierte die Kanalsanierungsfirma die Umsetzung dann binnen 52 Stunden – schneller als geplant. In der Ausschreibung gefordert war ein ECR Glasfaserliner für die je 110 m langen Vortriebsrohre in der Nennweite DN 1200 mit einer Wandstärke von mindestens 9,5mm, getränkt mit Vinylesterharz. Dieser Liner sollte mit UV Licht ausgehärtet werden.

 

Doppelt hält besser

Eine Besonderheit dieser Baumaßnahme ist zweifelsfrei der Umstand, dass die wenige Tage alten Vortriebsrohre mit einem Liner „saniert“ werden sollten. Was paradox klingt, erklärt sich durch das Ziel, eine optimale Dichte mit Hilfe einer Doppelwandigkeit zu erreichen: zum einen durch die neuen Stahlbetonrohre und zum anderen durch den Glasfaserliner mit Vinylesterharz, der optimalen Schutz gegen aggressive Abwässer im pH-Wert-Bereich 2 bis 13 bietet. Diese Anforderung ist verständlich, denn die Rohre verlaufen unter der B20, dem stark befahrenen Zubringer zur A3 in unmittelbarer Nähe des Industrie- und Gewerbegebiets. Die Wahl fiel auf den Alpha Liner 500 der Firma Relineeurope mit einer Nennweite von DN 1200. Bei dieser Größe stößt das UV-härtende Schlauchlining an seine technischen Grenzen, weshalb eine solche Maßnahme nur erfahrenes Personal erfolgreich umsetzen kann.

 

Präzise Planung

Der Einbau der zwei über 100m langen Alpha Liner erfolgte unmittelbar nach der Spülung und Sichtung der Vortriebsrohre. Dabei galt es, zwei Schwierigkeiten zu meistern: Erstens konnten die zwei Liner aufgrund des noch im Bau befindlichen Verteilerbauwerkes nur vom Umlenkbauwerk durch eine kleine, 0,80m mal 1,90m breite Öffnung in den Kanal eingelassen werden. Der Einbau musste gegen die Fließrichtung erfolgen. Zweitens war es nötig, eine 30m lange Rampe aufzuschütten, um mit Förderband und Sattelschlepper niveaugleichen Zugang zum Schacht zu haben. Dies veranlasste Swietelsky-Faber bereits Wochen vor dem geplanten Inlinereinbau. Unterstützt wurde sie hierbei vom Bauamt Straubing, Herrn Dipl.-Ing (FH) Helmut von Dümbte, von der Rhein-Main-Donau Wasserstraßen GmbH, Herrn Santl und durch die ausführende ARGE Wadle-Bau GmbH/Streicher GmbH.

 

Mit 9000 Watt über Nacht

Nachdem die zwei Alpha Liner 500 mit einem Gewicht von je 7,5 Tonnen (ca. 70kg je laufenden Meter) eingezogen und die Endpacker verbaut waren, erfolgte die Aufstellung des Liners mit einem Druck von ca. 0,35 bar. Zur Aushärtung setzte Swietelsky-Faber erstmalig einen überdurchschnittlich leistungsstarken Lampenzug mit 9x1000 Watt ein. Mit dieser UV-Licht-Anlage härteten sie die Inliner mit einer Geschwindigkeit von 0,16m/min aus. Eine höhere Geschwindigkeit wäre zwar entsprechend der Kennwerte des Herstellers möglich gewesen, jedoch wollten Niederlassungsleiter Dipl.-Ing. Reiner Korn und Kolonnenführer Michael Buonagura bei derart langen Haltungen und großen Nennweiten keine Risiken eingehen. Die Aushärtung erfolgte unter ständiger Aufsicht über Nacht. Am Mittag des dritten Tages, also nach 52 Stunden waren die Arbeiten bereits beendet.

 

Perfektes Zusammenspiel

In gemeinschaftlicher Finanzierung realisieren der Bund, der Freistaat Bayern und die Stadt Straubing mit zusätzlichen Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) dieses umfangreiche Hochwasserschutzprojekt. Die Baumaßnahmen des etwa 9,2 Mio. Euro umfassenden Gesamtprojekts sollen nach zwei Jahren im Oktober 2012 abgeschlossen sein. Die Ertüchtigung der Anlagen auf ein hundertjähriges Hochwasserereignis (HW 100) + 1,00m Freibord stellt den Schutz der modernisierten Kläranlage sicher. Als ein Herzstück der Infrastruktur der für ihren Römerschatz bekannten Stadt Straubing hat die Kläranlage einen Trockenwetterzufluss von bis zu 23.000m³/Tag. Auch im Falle eines Hochwassers wird sie das Abwasser der 43.000 Einwohner zuverlässig und sicher klären können.

www.swietelsky-faber.de

Der Einsatz eines Schlauchliners erhöht die Sicherheit der Vortriebsrohre
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