Natursteinverlegung im Garten- und Landschaftsbau

Nach wie vor gehört der Naturstein zu den von Planern und Bauherren bevorzugten Materialien, wenn es um die Gestaltung von Außenanlagen und Gebäuden geht. Alte Gebäude, Fassaden und befestigte Außenflächen aus längst vergangen Zeitepochen sind Zeuge für die Langlebig- und Zeitlosigkeit der verschiedensten Natursteinmaterialien. Betrachtet man bewundernd diese alten Zeitzeugen, die Jahrzehnte und Jahrhunderte überdauert haben, fragt man sich bisweilen verlegen, warum es uns heute nicht gelingt, in vielen Fällen wenigstens die Gewährleistungszeiten problemlos, also ohne Reklamationen zu überstehen? Woran liegt dies? Waren die Baumeister vor vielen Jahrhunderten wirklich so viel besser als wir heute?

Ein großer Unterschied zu früheren Zeiten liegt sicherlich darin, dass heute Natursteine aus der ganzen Welt nach Deutschland importiert und hier verkauft werden, während sie vor Jahrhunderten bzw. noch vor einigen Jahrzehnten überwiegend in heimischen Brüchen abgebaut wurden. Dies bedeutete, dass der Steinmetz bzw. der Verleger seine Steinbrüche und seine Vorkommen genau kannte und in der Lage war, diese Steine nutzungsbedingt freizugeben sowie sach- und fachgerecht einzubauen. Bei der Fülle der weltweit erhältlichen Gesteine, die heute in Deutschland verbaut werden, ist dies so nicht mehr  ohne weiteres der Fall. Vielmehr werden eine unüberschaubare Vielfalt an Materialien zur Verlegung und für den Einbau angeboten, bei denen selbst Experten und Sachverständige mitunter ratlos sind. Unabhängig davon ist es immer eine gute Entscheidung, gerade bei größeren Bauvorhaben einen Sachverständigen in Gestalt eines Mineralogen in der Beratungs- und Entscheidungsphase hinzuzuziehen.

Die Mineralien machen den Unterschied

Was aber ist eigentlich das Besondere beim Naturstein? Wie der Name schon sagt, handelt es sich um ein Naturprodukt, welches bedingt durch seine Zusammensetzung entsprechende Eigenschaften besitzt. Sind diese nicht ausreichend bekannt, kann durch eine mögliche falsche Verlegung, auf welche folgend noch eingegangen wird, bzw. durch eine falsche Nutzung und Pflege der eingebaute Stein Schaden nehmen bzw. sich verändern. Die Eigenschaften eines Natursteins sind abhängig von seinem Mineralbestand. Auf der Erde gibt es ca. 3.000 verschiedene Minerale, von denen ca. 30 maßgebend bei der Bildung von Gesteinen beteiligt sind. Ein Gestein setzt sich daher aus einem Gemenge von verschiedenen Mineralien zusammen. Diese geben dem Naturstein seine Festigkeit, seine Farbe, sein Aussehen etc. Unter den Mineralien befinden sich einige wie Quarze oder Feldspäte, die nahezu unverwüstlich sind und den täglichen Belastungen problemlos wiederstehen. Andere wiederrum, wie Calcit, sind säureanfällig und können Schaden nehmen, wenn sie beispielsweise auf Treppen oder Wegen verbaut und im Winter mit Tausalzen beaufschlagt werden. Wieder andere wie etwa Biotit können sich durch Feuchte und Sauerstoff derart umwandeln, dass ein vorher weißer Stein wie beispielsweise Carraramarmor eine gelblich-braune Verfärbung bekommt.

Diese eben kurz skizzierten Veränderungen und Schädigungen können bereits im Verlegeprozess ihren Anfang nehmen. Für Planer und Verleger bedeutet dies, höchst sensibel bei der Wahl der Verlegematerialien und des Bodenaufbaus zu sein. Dies gilt im Besonderen dort, wo es um Flächen im Außenbereich  – Balkone, Terrassen, Treppen, Podeste, Wege etc. – geht. Hilfreich sind hier die Merkblätter des Deutschen Natursteinverbandes, die die Natursteinverlegung in den unterschiedlichsten Bereichen beschreiben. Neben dem konstruktiven Aufbau sind für die Verlegung Mörtel zu verwenden, welche auf Trasszementbasis aufgebaut sind, schnellerhärtend reagieren und das Anmachwasser kristallin binden. Dies ist entscheidend, damit nicht schon durch den Verlegeprozess Veränderungen beim Stein provoziert werden.

Die unterschiedlichen Verlegetechniken

Für die Verlegung kennen wir drei unterschiedliche Typen an Verlegemörtel bzw. drei verschiedene Verlegetechniken. Die älteste Technik ist die sogenannte Dickbettverlegung. Hier wird der Naturstein in einem Mörtelbett von 4-6 cm im Verbund, auf Trennlage oder schwimmend (auf Dämmstoff) verlegt. In der Regel verwenden die Verleger auf der Baustelle hierfür noch Eigenmischungen (Mischungsverhältnis 1:3, Trasszement: Sand). Allerdings ist auch hier ein Trend zum werkseitig fertig gemischten Trockenmörtel (Sopro Trassverlegemörtel) zu erkennen. Wird im Dickbett gearbeitet, ist es erforderlich, zwischen Verlegemörtel und Plattenrückseite einen Haftvermittler  einzusetzen, da der Dickbettmörtel in der Regel sehr mager ist und daher eine nicht ausreichende Klebrigkeit besitzt. Als Haftvermittler für dieses sogenannte „Frisch-in-Frisch-Arbeiten“ werden Haftschlämmen auf Grauzement- und für empfindliche, helle Steine auf Weisszement-Basis verwendet (Sopro Marmorschlämme, Sopro Haftschlämme Flex).

Tendenziell ist auf den Baustellen ein Rückgang der Dickbettverlegungen zugunsten von Mittel- und Dünnbettmörtelverlegungen erkennbar. Dies ist mitunter dadurch zu begründen, dass durch die Mörtelstärke bei der Dickbettverlegung lange Trocknungszeiten benötigt werden und sich die Festigkeitsentwicklung nur langsam einstellt. Die damit verbundenen Wartezeiten sind auf der heute üblichen „Termin“-Baustelle oft hinderlich, da hier die Flächen schnell wieder begangen werden müssen. Die hohe und langanstehende Feuchte der Dickbettverlegung birgt zusätzlich die Gefahr in sich, dass sich empfindliche Steine farblich verändern können. Im Dickbett verlegte Flächen sollten auf Grund des Feuchte- und Austrocknungsproblems zudem erst nach 4-6 Wochen verfugt werden, was heute ebenfalls undenkbar ist. Das heißt - trotz aller Tradition - dass der Trend eindeutig zur Dünn- und Mittelbettverlegung geht. Das heißt der Verleger arbeitet auf einem entsprechend vorbereiteten Untergrund (Betonboden, Estrich, verputzte Wand) in einer Mörtelbettdicke von ca. 5 mm. Die dafür eingesetzten Mörtel sind so konzipiert, dass sie speziell für die Belange des Natursteins eingestellt sind, d.h. sie sind schnellerhärtend, trasshaltig und auf Weisszementbasis aufgebaut. Die sogenannte Dünnbettverlegung wird in einer maximalen Schichtdicke von ca. 5 mm ausgeführt. Hierzu wird der Dünnbettmörtel (Sopro MarmorFlexKleber) auf dem Untergrund mit entsprechender Zahnung (Größe ist abhängig vom Plattenformat) aufgekämmt.

Hohlraumfreie Verlegung im Außenbereich

Im Außenbereich sollte eine Natursteinplatte möglichst hohlraumfrei verlegt werden. Daher ist in diesem Fall die Rückseite der Platte ebenfalls mit dem Dünnbettmörtel abzuspachteln und dann einzuschieben. Besitzen die Platten gewisse Dickentoleranzen oder weist der Untergrund kleine Unebenheiten auf, so wird die Verlegung im Mittelbett ausgeführt. Man verwendet hierfür einen Mörtel der für die Schichtdicken von 5-20 mm konzipiert ist. Sind die Platten zusätzlich noch sehr dick und schwer, benötigt man einen Mittelbettmörtel mit einem hohen Standvermögen wie etwa den Sopro MittelDickbettMörtel. Dieser erleichtert den Verlegeprozess ganz entscheidend, da die schon verlegten Platten trotz ihres Gewichtes nicht nachsacken. Gleichzeitig sind auch diese Mörtel – je nach Notwendigkeit – auf Weiss- und Grauzementbasis aufgebaut, härten schnell aus und binden das Anmachwasser kristallin.

Bei den im Garten- und Landschaftsbau herzustellenden Flächen handelt es sich oft um Treppen, Podeste, Balkone und Terrassen, welche im Rahmen der gesamten Gestaltung von Außenanlagen mit auszuführen sind. Diese Flächen sind daher in der Regel der Bewitterung und Durchfeuchtung ausgesetzt. In diesem Zusammenhang ist darauf zu achten, dass alle Flächen mit entsprechendem Gefälle ausgeführt werden. Denn dort, wo notwendige Gefälle nicht berücksichtigt werden, führt dies oftmals zu dauerhaften Durchfeuchtungen des Natursteins. Die Gesamtkonstruktion ist zudem gegen eine Durchfeuchtung durch den Einsatz einer Verbundabdichtung zu schützen. In der Praxis bedeutet dies, dass die zunächst hergestellte Gefällespachtelung bzw. der Gefälleestrich mit einer zementären, flexiblen Dichtungsschlämme (Sopro Dichtschlämme Flex 1-K) in zwei Arbeitsgängen abzudichten ist. Nachdem dies geschehen ist, kann die oben beschriebene Verlegung der Platten im Dünn- bzw. Mittelbett erfolgen. Die angesprochenen Verlegemörtel sind auf die sogenannte Verbundabdichtung abgestimmt.

Wasser schnell und sicher ableiten

Soll auf einem bereits durch einen Dachdecker abgedichteten  Balkon oder einem Terrassenpodest, also beispielsweise bituminösen Bahnabdichtung ein Natursteinbelag verlegt werden, handelt es sich bei dem Folgeaufbau um einen Aufbau auf Trennlage. Das Mörtelbett bzw. die lastverteilende Schicht sollte dabei mindestens 5 cm dick sein, um über einen langen Zeitraum die anstehenden Verkehrslasten problemlos aufnehmen zu können. „Normale“ Estrichmörtel mit einer Zuschlagskörnung von 0-8 mm sind hier auf Grund ihrer hohen Wasserspeicherkapazität und der damit  verbundenen, möglichen Verfärbung im Naturstein nicht zu verwenden. Hier sollte man auf sogenannte Monokornmörtel zurückzugreifen (siehe hierzu auch DNV-Merkblatt „Beläge im Außenbereich“). Diese Monokornmörtel (Sopro DrainageMörtel)  haben sich in diesem Zusammenhang in der Praxis bestens bewährt und sorgen durch den fehlenden Feinanteil im Zuschlag dafür, dass eindringendes Wasser nach unten durchfällt und auf der Bahnabdichtung abfließt.

Um einen Wasserstau zu vermeiden und das Abfließen des Wassers auf der Abdichtungsebene zu erleichtern, sollte vor dem Aufbringen des drainagefähigen Verlegemörtels eine Drainagematte auf der Abdichtungsbahn aufgelegt werden. Der Drainagemörtel lässt sich frisch-in-frisch verarbeiten. Auf der Plattenrückseite ist in diesem Zusammenhang eine Haftbrücke (Sopro Haftschlämme Flex oder Fliesenkleber) aufzutragen. Wird die Verlegung im Dünnbettverfahren bevorzugt, kann mit dem Drainagemörtel auch eine lastverteilende Schicht hergestellt werden, auf welcher nach wenigen Tagen Abbindezeit die Verlegung der Platten erfolgen kann. Soll ein Gehweg oder eine Garageneinfahrt mit Natursteinplatten in einer gebundenen Bauweise hergestellt werden, eignet sich der drainagefähige Mörtel auch für diese Art der Anwendung. Die Flächen sind mit einer Frostschutzschicht vorzubereiten, auf welcher der drainagefähige Mörtel in einer Mindestschichtdicke von 8-10 cm aufgebaut wird. Die Verlegung erfolgt - wie oben beschrieben – in der Regel frisch-in-frisch.

Auf die richtige Verfugung achten

Nach der Verlegung der Natursteinplatten auf dem Balkon, der Terrasse oder dem Treppenlauf sind die Flächen zu verfugen. Die Verfugung erfolgt in der Regel mit hydraulisch (zementär), schnellabbindenden und flexibel eingestellten Fugenmörteln (Sopro MarmorFuge, Sopro FlexFuge, Sopro TrassNatursteinFuge), welche speziell auf die Belange des Natursteins eingestellt sind. In der Regel werden zementäre Fugenmörtel durch Einschlämmen der Fläche eingebracht. Im Vorfeld ist jedoch zu prüfen, ob die Oberfläche des Natursteins dies auch zulässt. Insbesondere sehr offenporige Materialien wie etwa Basaltlava können nicht geschlämmt werden, sondern müssen mit dem Fugeisen verfugt werden. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass im Außenbereich Natursteinplatten zu verwenden sind, welche eine entsprechende Oberflächenrauigkeit besitzen (flammgestrahlt etc.), damit diese auch bei entsprechender Wasserbeaufschlagung noch sicher begangen werden können. Auf Treppen und Balkonen oder Terrassenflächen sollten keine drainagefähigen Fugenmörtel verwendet werden. Denn in diesen Fällen ist es nicht empfehlenswert, sämtliches anfallendes Wasser innerhalb der Fläche und durch die Konstruktion zu entwässern. Hier ist zu unterteilen in Oberflächenwasser, welches ganz normal über Gefälle und Bodenabläufe abgeleitet wird und Wasser, welches in die Konstruktion eindringt. Dieses eindringende Wasser wird dann durch die drainagefähige Konstruktion ebenfalls schnell abgeleitet, um die Konstruktion so schadenfrei zu halten. Sollen befestigte Wege und Flächen hergestellt werden, kann natürlich mit drainagefähigen Fugenmörteln (Sopro EpoxiPflasterfuge 2-k) eine „nicht versiegelte“ Fläche erstellt werden.

Sind die Belagsarbeiten abgeschlossen, bleibt nur noch die Verfüllung der Bewegungsfugen. Natursteine besitzen je nach Art eine offenporige Struktur, was dazu führen kann, dass die Weichmacheröle der handelsüblichen Silikone einwandern und so im Stein eine Randzonenverfärbung entlang der Fuge entsteht. Aus diesem Grund ist es wichtig, nur speziell für den Natursteinbereich ausgelobte Silikone (Sopro MarmorSilicon) für die Verfüllung von Bewegungsfugen zu verwenden. Die Natursteinverlegung ist ein sehr sensibler, aber auch interessanter Bereich. Um verlegetechnisch auf der sicheren Seite zu sein, sollte stets eine enge Zusammenarbeit mit einem Bauchemiehersteller angestrebt werden.n

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