Nachhaltig kalkulierte Kita

Systembauweise auf Basis von Holzrahmen und Stahlbeton

Die umweltfreundliche Holzrahmenbauweise ermöglichte nicht nur eine kurze Bauzeit – auch das Raumklima profitiert von den nachhaltigen Baustoffen und der Primärenergiebedarf ist ebenfalls überdurchschnittlich niedrig.

Ende Oktober 2018 lud die Gemeinde Benningen unter Leitung des Bürgermeisters Klaus Warthon zu einem Festakt ein, um die neu gebaute Kindertagesstätte Steinlanden offiziell zu eröffnen. Tatsächlich offen war sie jedoch schon viel früher: Bereits am 3. September durften 17 von insgesamt 22 Kindern in ihr etwa 336 Quadratmeter großes Lern- und Spielrefugium einziehen. Denn obwohl der erste Spatenstich erst im März dieses Jahres erfolgte, hielt das beauftragte Bauunternehmen Nusser Systembau Wort. Es benötigte lediglich eine Bauzeit von sechs Monaten, um das eingeschossige Gebäude mit Raum für zwei Gruppen fertigzustellen.

Flexible Gestaltung

Bei seiner Entscheidung für die Systembauweise auf Basis von Holzrahmen und Stahlbeton hatte Warthon aber noch viele weitere, ebenso praktische Gründe: „Die Systembauweise bietet bei Bedarf eine flexible Umnutzung und Nachnutzung des Gebäudes“, so der Bürgermeister. Schließlich wird das Neubaugebiet Seelach und dessen Bewohner sich weiterentwickeln und es ist noch nicht absehbar, wie viele Kinder auf lange Sicht in die Kita Steinlanden nachrücken.

Holzrahmenbauweise

Die Kindertagesstätte gibt sich äußerlich behaglich: Ein Mix aus Putzfassade und einer offenen Brettschalung unter dem extensiv begrünten Pultdach vermittelt ein Gefühl von Beständigkeit. Sämtliche tragende Außen- und Innenwände wurden in Holzrahmenbauweise ausgeführt, die Gesamtwandstärke ohne Außenwandverkleidung beträgt dabei 170 Millimeter. Für die Außenwandverkleidung nutzte das Bauunternehmen für die Ausführung der Fassadenfelder zwischen den Fenstern ein etwa zehn Zentimeter starkes Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Die Dämmung erfolgte mittels Mineralwollplatten und im Gefach mit Hilfe von Steinwolle.

Die eingebauten Kunststofffenster haben eine Dreifachverglasung mit UG=0,8W/m²K. Da die Fenster bereits im Werk eingebaut wurden, war das Gebäude sehr schnell erstellt und regensicher. Die Bauzeit wurde durch die Vorfertigung der Großtafelwände im Werk und die rasche Montage vor Ort erheblich entzerrt und reduziert.

Niedriger Primärenergiebedarf

Die umweltfreundliche Holzrahmenbauweise reduzierte nicht nur die Bauzeit erheblich, die nachhaltigen Baustoffe verbessern zudem das Raumklima und der Primärenergiebedarf ist dank der starken Dämmung in den Hohlräumen außerdem überdurchschnittlich niedrig: Er liegt 15 Prozent unter den EnEV-Anforderungen von 94,95 kWh/(m2a), was einem KfW Effizienzhaus 70 (EnEV) entspricht. Innen sorgt die anspruchsvolle Haustechnik für einen hohen Kuschelfaktor: Eine Wärmepumpe garantiert eine beständige Wärmeerzeugung. Die Abgabe erfolgt über eine Fußbodenheizung – die die komplette Fläche zur Spielwiese macht. Die Gasbrennwerttechnik und eine Lüftungsanlage mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von mindestens 85 Prozent sorgen für ein gleichmäßiges Klima. Die kontrollierte Be- und Entlüftung erfolgt als Konstant-Volumen-Strom-Anlage (KVS) und ist in mindestens drei Stufen manuell einstellbar.

Blower-Door-Test

Mit dem Blower-Door-Test werden die Dichtigkeit einer Gebäudehülle nachgewiesen und Lecks aufgespürt. Für Gebäude mit einer Lüftungsanlage beträgt die Anforderung an die Grenzwerte nach DIN 4108-7: Luftdichtheit n50<1,5 (1/h). Der gemessene Wert in der Kindertagesstätte Benningen liegt bei n50=0,41 (1/h). Damit liegt das Messergebnis weit unter dem geforderten Grenzwert.

Wilhelm Nusser GmbH Systembau

www.nusser.de

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