Dauerhafte Fuge dank speziellem Füllmaterial

Parkplatz in St. Leon-Rot mit Combiconnect gepflastert

Zu gering dimensionierte Fugen oder falsch aufeinander abgestimmte Materialien haben oftmals massive Schäden an den Flächen zur Folge. Pflastersteine mit EPDM-Fugenfüllstoff von Beton Pfenning bieten hier Abhilfe.

Immer wieder sind die Verantwortlichen der Gemeinde St. Leon-Rot im Süden des Rhein-Neckar-Kreises unzufrieden mit innerstädtischen gepflasterten Flächen, denn oft lösen sich schon nach kurzer Nutzungsdauer Steine heraus. Häufige Ursache hierfür sind die Fugen, die aufgrund unsachgemäßer Verlegung ihre Funktion als elastischer Puffer zwischen den Steinen nicht mehr wahrnehmen können: Entweder sie wurden von vornherein zu gering dimensioniert oder das Fugenmaterial wurde falsch auf die Bettung abgestimmt, so dass es in diese rieselt und sich die Fuge somit nach und nach auflöst. Die Folge sind massive Schäden an den Pflasterflächen, die oft sehr aufwendig saniert werden müssen. Für einen neu anzulegenden Parkplatz in der Ortsmitte haben die Verantwortlichen der Gemeinde jetzt eine gute Lösung gefunden. Von dem Pflasterhersteller Beton Pfenning wurden Pflastersteine eingebaut, die über einen werkseitig fixierten Fugenfüllstoff aus dem Material EPDM verfügen und somit systembedingt stets eine normgerechte Fuge garantieren. Schäden, die auf eine mangelhafte Fugenausprägung zurückzuführen sind, sollen damit auch auf lange Sicht vermieden werden.

Fläche von 500 Quadratmetern

Seit mehr als zehn Jahren befand sich an der Kronauer Straße/Ecke Roter Straße im Ortsteil St Leon eine kleine Wiese. Um dem Wachstum der kleinen Gemeinde unweit des Autobahnkreuzes Walldorf Rechnung zu tragen, entschied man sich von Seiten der Gemeinde im Jahre 2018, diese etwa 500 Quadratmeter große Fläche in einen Parkplatz zu verwandeln. Lutz Römmer vom Tiefbauamt der Gemeinde St. Leon-Rot schildert die Maßnahme: „Aus optischen Gründen stand für uns von vorne herein fest, dass die Parkplatzfläche gepflastert werden soll. Es stellte sich jedoch die Frage nach einem geeigneten Pflastermaterial, denn in der Vergangenheit haben wir mit zahlreichen anderen Pflasterflächen schlechte Erfahrungen gemacht. Oft kam es über kurz oder lang dazu, dass die Fugen ihre Funktion als elastischer Puffer zwischen den Steinen nicht mehr wahrnehmen konnten. Wir erklären uns dies in einer oft unzureichenden Ausprägung der Fugen bereits bei der Verlegung oder in einer mangelhaften Abstimmung des Fugenmaterials auf das Bettungsmaterial. Die Folge ist, dass sich die Fuge nach und nach auflöst und es dann unter Belastung sehr schnell zu Schäden in den Flächen kommt."

Es muss nicht immer Sand oder Splitt sein

Aus diesem Grund suchte der Planer nach einer anderen Lösung für innerstädtische Pflasterflächen. Aufmerksam wurde er auf ein bewährtes Produkt von dem Pflasterhersteller Beton Pfenning aus Lampertheim. Dieser hat ein Pflastersteinsystem entwickelt, dass weder mit Sand noch mit Splitt verfugt wird, sondern stattdessen die Fugen mit EPDM ausbildet. Hendrik Jäger, Verkaufsleiter im Hause Pfenning, beschreibt die Produktentwicklung: „Schon seit längerer Zeit haben wir nach Alternativen gesucht, die die Verlegung vereinfachen und die stets eine optimal ausgeprägte Fuge garantieren. Die Frage war, ob es unbedingt immer Sand oder Splitt sein muss, mit dem die Fuge verfüllt wird? Nach mehr als zehnjähriger Forschungstätigkeit sind wir dann auf einen Werkstoff aufmerksam geworden, der bereits seit Jahren erfolgreich im Fassaden- und Automobilbau zum Einsatz kommt. Die Zauberformel lautet EPDM.“ In Belastungstests fand der Betonsteinhersteller heraus, dass sich dieser Synthesekautschuk (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) auch sehr gut als Fugenmaterial eignet. Auf dieser Erkenntnis basierend, wurde das Betonsteinsystem Combiconnect entwickelt, bei dem die Steine mit einem werkseitig fixiertem, steinumfassendem EPDM-Profil ausgestattet sind. Hendrik Jäger ergänzt: „EPDM ist ein dynamisches Material und damit hervorragend geeignet für einen maximalen Lastabtrag bis einschließlich Bk 3,2. Gemäß der DIN 18318 ergeben sich stets normgerechte Fugenbreiten von vier Millimeter.“

Fugenbreite: stets normgerecht

Hierzu Lutz Römmer: „Der Vorteil dieses Systems besteht darin, dass die Fuge anders als bei konventioneller Bauweise nicht ausgewaschen werden kann. Der Einsatz von Kehr-Saugmaschinen ist dabei völlig unbedenklich.“ Mit seinen Eigenschaften qualifiziert sich dieses Steinsystem in besonderer Weise für die Belastungsklasse Bk 3,2, denn zwei wichtige Voraussetzungen an die Belastungsfähigkeit sind erfüllt: Die Fugen bleiben beim System Combiconnect dauerhaft gemäß den Anforderungen gefüllt und die Steindicke beträgt zehn Zentimeter. Lutz Römmer: „Damit ist dieses Steinsystem optimal geeignet für die Anlage des neuen Parkplatzes, denn Schäden durch ausgetragenes Fugenmaterial durch Starkregenereignisse und rangierende Fahrzeuge sind bei diesem wartungsfreien System nahezu ausgeschlossen.“

Da bei der Verlegung von Combiconnect jeglicher Aufwand für die Fugenfüllung entfällt, fallen auch die Verlegekosten und die Folgekosten geringer aus. Nach Aussage des Herstellers ist das Fugenmaterial EPDM ökologisch unbedenklich und zudem sehr gut recycelbar. Auch zeichnet es sich durch hohe Verschleißfestigkeit aus, denn es ist absolut Frost- und Tausalzresistent sowie temperaturbeständig zwischen -50 und +145 Grad.

Optik: auch gestalterisch interessant

Aber auch die optischen Anforderungen erfüllt dieses Hochleistungspflastersystem in idealer Weise: „Die hiesige Firma Jung Pflasterbau hat das Pflastersystem Combiconnect im Format 30 x 18 x 10 Zentimeter im Ellenbogenverband im Farbton sandgelb eingebaut. Der neue Parkplatz wirkt damit hell und freundlich und die große Fläche dank des nuancierenden Farbspiels aufgelockert und nicht monoton. Die Verlegung erfolgte sehr einfach, schnell und problemlos, da man sich den Arbeitsgang des Verfugens sparen konnte.

Der Parkplatz wurde kürzlich seiner Bestimmung übergeben. Schäden sind bisher keine zu erkennen. Lutz Römmer: „Obwohl der Parkplatz wirklich gut frequentiert wird, befindet sich die Fläche nach wie vor in einem tadellosen Zustand. Eine weitere Maßnahme mit diesem Material im Ortsteil Rot ist daher schon geplant und wenn sich das Material auch hier bewährt, werden wir dieses vermutlich auch bei der Sanierung des Rathausumfeldes einsetzen.“

Betonwerk Pfenning GmbH

www.beton-pfenning.de

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