Ausbau der Rastanlage Rimberg an der A5

Geklebte Inseln und Fahrbahnteiler für Autobahnraststätte

Nach einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen fehlen an Deutschlands Autobahnen rund 23.500 Lkw-Stellplätze, die gewährleisten sollen, dass Lkw-Fahrer die vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten können.

Um zu gewährleisten, dass Lkw-Fahrer die vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten können, forciert das Bundesverkehrsministerium seit einigen Jahren den Neu- und Ausbau von Rastanlagen. Hiervon betroffen ist auch die Rastanlage Rimberg an der A5 in Osthessen. Bis Ende 2020 lief hier eine größere Sanierungsmaßnahme: Neben der Erneuerung der Zufahrtsrampe von der A5 aus Richtung Norden kommend sowie der Hauptfahrbahn im Bereich des Ausfädelstreifens und des ersten Fahrstreifens, den Schutzeinrichtungen, den Beschilderungen, den Entwässerungseinrichtungen, der Parkplatzbeleuchtung und der Fahrbahnmarkierung, wird in diesem Zuge auch die Stellplatzkapazität für den Schwerlastverkehr erweitert. Um hierfür die Bauzeit möglichst kurz zu halten, werden die neuen Verkehrsinseln und Fahrbahnteiler nach einem besonderen Verfahren eingebaut.

Karsten Büchner von Hessen Mobil aus dem Dezernat Bau BAB Nord schildert die Maßnahme: „Um diese Probleme künftig zu minimieren, plante Hessen Mobil zusätzliche Lkw-Stellplätze, um den enormen Parkdruck durch Lkws abzubauen. Mit dem Ausbau von bisher 12 auf 48 Stellplätze sollte eine deutliche Linderung der Parkplatznot auf der Rastanlage erreicht werden.“

 

Flächen durchbetonieren und später Bordsteine aufkleben

Wichtiges Gestaltungselement der Erweiterungsflächen stellen die vier neu geschaffenen Verkehrsinseln und der Fahrbahnteiler im Ausfahrtbereich dar. Sie schaffen eine räumliche Trennung und verbessern die Aufenthaltsqualität für die Lkw-Fahrer. Eine besondere Rolle nehmen hierbei die Bordsteine ein.

Karsten Büchner erklärt warum: „Bei der Neuanlage von Verkehrsflächen werden in der Regel zuerst die Randbegrenzungen erstellt und erst dann die Fahr- oder Gehwege gepflastert oder asphaltiert. Bei dieser Maßnahme wurden aber die Lkw-Stellplätze aus hochbelastbarem Beton hergestellt. Da wäre es sehr umständlich um alle Inseln mühsam herumzubetonieren. Auch können Betonfertiger, die solche Flächen erstellen, aufgrund ihrer festen Arbeitsbreite die Räume bis zu den Randsteinen nicht immer sauber ausfüllen – insbesondere dann nicht, wenn wie hier Kurven im Spiel sind. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, die Flächen in einem durchzubetonieren und erst in einem späteren Arbeitsgang die Bordsteine für die Verkehrsinseln und Fahrbahnteiler ganz einfach aufzukleben“, so Büchner.

 

Schneller Einbau dank Bordstein-Klebetechnik

Hierbei kamen Flachbordsteine (FB 20 x 25)  und das Klebetechnikverfahren des Betonsteinherstellers Hermann Meudt aus Wallmerod zum Einsatz. Sämtliche Bordsteine, die hier als Randbegrenzungen verbaut sind, wurden auf die fertige Betondecke aufgeklebt statt konventionell eingebaut. Die Verklebung erfolgte dabei über ein Dünnbettklebeverfahren, bei dem 2-K-Kunststoff auf dem zuvor mit einer Fräse aufgerauten und anschließend mit Wasserhochdruck gereinigten Beton aufgebracht und die Bordsteine mit der geschnittenen Seite verklebt werden.

Nach Aussage des Herstellers Meudt haftet der Kleber auf den glatten Flächen besonders gut, da die Zementhaut durch den Schneideprozess entfernt wird. Ein weiterer Vorteil: Dank zahlreicher Radien und Formsteine, die das Sortiment aus dem Hause Meudt umfasst, können die zu realisierenden Fahrbahnteiler und Fahrbahneinfassungen nahezu ohne Schneideaufwand realisiert werden.

 

Auch aufgeklebte Bordsteine halten auf Dauer gut

Der gesamte Einbau erfolgt im Vergleich zur konventionellen Bauweise deutlich schneller und ermöglicht eine sehr professionelle Ausführung. Ein großer Vorteil der Klebetechnik besteht aber auch darin, dass die Flachbordsteine durch Absägen bereits werkseitig auf eine gleiche Höhe gebracht werden. Fertigungsbedingte Höhenschwankungen werden dadurch eliminiert und damit die Steine für die Verklebung sozusagen kalibriert. Maßtoleranzen sind damit nahezu ausgeschlossen.

Wie sieht es aber mit der Stabilität der aufgeklebten Bordsteine aus? Halten diese den täglichen Beanspruchungen stand? Hierzu Karsten Büchner: „Wir haben schon einige Maßnahmen mit dem Verfahren der Bordsteinklebetechnik realisiert. Zahlreiche Projekte aus der Vergangenheit zeigen uns, dass auch eine geklebte Bordsteinlösung dauerhaft haltbar ist.“

 

Hermann Meudt Betonsteinwerk GmbH

www.meudt-betonsteinwerk.de

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