Keramik mit Charakter

Nachhaltige Transformation eines Pfarrzentrums

Mit dem neu geschaffenen „Quartier Wolkersdorf“ in Österreich hat das Büro Atelier Deubner Lopez ZT OG einen lebendigen Ort für Begegnung, Kultur und Glauben realisiert. Durch den behutsamen Umbau und gezielte Erweiterungen wurde das ehemalige Pfarrzentrum in ein modernes, multifunktionales Haus verwandelt.

Mit dem „Quartier Wolkersdorf“ ist im niederösterreichischen Wolkersdorf ein zukunftsweisendes Gemeinschaftsprojekt entstanden, das die Bedürfnisse von Kirche, Gemeinde und Kultur unter einem Dach vereint. Das ehemalige Pfarrzentrum wurde in nur 16 Monaten umfassend entkernt, teilrückgebaut und durch gezielte Zubauten zu einem multifunktionalen Veranstaltungszentrum transformiert. Im Fokus der Planung standen Nachhaltigkeit, der respektvolle Umgang mit dem Bestand sowie eine langlebige, gestalterisch hochwertige Gebäudehülle.

Drei Ebenen für Gemeinschaft und Funktion

Das neue Quartier erstreckt sich über drei Ebenen, die unterschiedliche Nutzung vereinen: Im Erdgeschoss ist die Pfarrei untergebracht, während die oberen Etagen von der Stadtgemeinde genutzt werden. Herzstück ist ein Veranstaltungssaal für bis zu 400 Personen, ergänzt durch flexibel nutzbare Gruppenräume, Gastronomieflächen und Nebenbereiche. Der Ziegel-Beton-Mischbau erhielt eine umfassende energetische Optimierung, wobei die Bestandsstruktur größtenteils erhalten blieb, um graue Energie optimal zu nutzen und Ressourcen zu schonen. Mit Gründächern, Photovoltaik und dem Anschluss an die lokale Nahwärmeversorgung erfüllt das Gebäude höchste ökologische Anforderungen. Die Zertifizierung mit dem österreichischen klimaaktiv Gold Standard belegt den hohen ökologischen Anspruch.

Fassadenbild mit Tiefenwirkung

Die Tonality-Keramikfassade verleiht dem Quartier sein markantes Erscheinungsbild. Diese ist nicht nur gestalterisches Highlight, sondern Ausdruck eines konsequent nachhaltigen Bauansatzes. Mit insgesamt 625 Quadratmetern Fassadenfläche gliedert sie das Gebäude in zwei optisch voneinander abgesetzte Bereiche. Der untere Teil im Farbton „Toscana“ ist glatt ausgeführt, mit ungleichmäßigen Vertikalfugen, die sowohl durch den Übergang von einem Element zum nächsten als auch durch bewusst integrierte Scheinfugen entstehen. Der obere Teil der Fassade im Farbton „Creme hell“ zeigt ein eigens entwickeltes Relief mit angestuften, zwischen 50 und 15 Millimeter breiten Stegen. Die 50-Millimeter-Stege bilden die markante, vordergründige Fassadenstruktur und ragen weiter nach vorne heraus. Die schmaleren 15-Millimeter-Stege sind im Vergleich dazu nach hinten versetzt und treten optisch in den Hintergrund. Je nach Tageszeit ändert sich das Fassadenbild subtil und zeigt die gestalterische Tiefe keramischer Oberflächen. Die Keramikelemente passen sich zudem mit ihrer natürlichen Farbigkeit und angenehmen Haptik störungsfrei an die benachbarte Pfarrkirche an.

Keramik-Squares als funktionales Design-Element

Vertikal angeordnete Keramik-Squares unterstützen die Struktur der Fassade und dienen zugleich als Sichtschutz. Die 50 mal 50 Millimeter großen Squares erzeugen zusammen mit den anderen Elementen eine ruhige, jedoch abwechslungsreiche Flächenwirkung. Mit ihren Maßen setzen sie die Linienführung der 50 Millimeter breiten Keramikstege konstant fort. Ihr Spiel mit Licht und Schatten zeigt sich nicht nur außen, sondern setzt sich im Inneren fort – ein architektonisches Detail mit Mehrwert. Insgesamt 143 laufende Meter der Squares im Farbton „Creme hell“ wurden hängend für dieses Projekt produziert.

Fassadenqualität für Generationen

Die Tonality Keramik wird bei hohen Temperaturen gebrannt und erhält dadurch eine dichte, kratzfeste und farbstabile Oberfläche. Sie ist resistent gegen Frost, UV-Strahlung, Verschmutzungen wie Moos- und Algenbildung und Graffiti. So bleibt die Fassade selbst im öffentlichen Raum dauerhaft ansprechend und nahezu wartungsfrei – eine Investition, die Generationen überdauert.

Leicht, robust, effizient: Vorteile einer gewichts-optimierten Fassade

Ein weiterer Pluspunkt der Tonality-Fassade ist ihr geringes Eigengewicht: Mit 36 bis 38 Kilogramm pro Quadratmeter liegt sie deutlich unter dem Gewicht herkömmlicher Fassadenziegel mit Doppelkammerausführung, die auf über 60 Kilogramm pro Quadratmeter bei gleicher sichtbarer Oberflächengeometrie kommen. Das geringe Eigengewicht des Systems macht es besonders attraktiv für Sanierungen, bei denen die Gebäudestatik anspruchsvoll ist. Auch die Unterkonstruktion kann so spürbar reduziert werden: weniger Material und Verbindungsmittel, weniger Wandanker und reduzierte Wärmebrücken. Bei einer Fassadenfläche von etwa 1.000 Quadratmetern reduziert sich der Transportaufwand für Tonality-Keramikelemente im Vergleich zu doppelschaligen Systemen um ungefähr eine LKW-Ladung. Alle Rohstoffe für die Produktion der Fassaden stammen aus einem Umkreis von nur 25 Kilometern vom Werk, was die regionale Wertschöpfung stärkt.

Zukunftsfähige Fassadenlösung

Das „Quartier Wolkersdorf“ steht exemplarisch für eine Architektur, die ästhetische Qualität, technische Innovation und ökologische Verantwortung vereint. Die vorgehängte, hinterlüftete Tonality-Fassade verbindet dauerhafte Qualität mit zeitlosem Designanspruch, flexibler Anwendung und effizientem Ressourceneinsatz – von der regionalen Rohstoffgewinnung bis zur Montage. Damit bietet sie Architekten eine zukunftsfähige Lösung für nachhaltiges Bauen mit Charakter.

Leipfinger-Bader GmbH
www.leipfinger-bader.de

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