Quality Management mit System

Ingenieurbüro GN Bauphysik setzt auf QM-System Planer am Bau

Die Referenzliste der GN Bauphysik Finkenberger + Kollegen Ingenieurgesellschaft mbH ist lang und beeindruckend. Und sie soll auf hohem Niveau fortgeschrieben werden. Deshalb entschieden sich Margarete und Manfred Finkenberger im April 2009, dem QualitätsVerbund Planer am Bau beizutreten, das QualitätsManagement-System zu integrieren und sich vom TÜV zertifizieren zu lassen.

Vor 20 Jahren übernahm Dipl.-Ing. Manfred Finkenberger zusammen mit einem Partner das vor 30 Jahren von Georg Nedder gegründete Ingenieurbüro „GN Bauphysik“. Margarete Finkenberger arbeitete seit Beginn teilzeitmäßig mit und trat dann nach Ausscheiden des ursprünglichen Partners Anfang 2004 als Gesellschafterin/Prokuristin in die mittlerweile umfirmierte „GN Bauphysik Ingenieurgesellschaft mbH“ ein.

Der Bauboom in den 90er Jahre bescherte dem jungen Büro intensive Nachfrage und viele Projekte, wobei die Bauphysik immer mehr in den Vordergrund rückte. Bau- und Raumakustik, Lärmschutz, Wärmeschutz, Energie- und Raumklimakonzepte stehen seit 20 Jahren im Mittelpunkt der Beratungs- und Ausführungsleistung. Thermische Gebäudesimulation und andere bauphysikalische Simulationen runden das Portfolio ab. Der Ingenieurgesellschaft ist eine Prüfstelle nach DIN 4109 - Gruppe 2 angeschlossen. So zeichnete man zum Beispiel für das Bau- und Raumakustikkonzept und die Thermische Bauphysik des Theaterhaus Stuttgart verantwortlich. Es ist ein Theater und ein Veranstaltungsort in den ehemaligen Rheinstahlhallen auf dem Stuttgarter Pragsattel und zählt mit über 300.000 Zuschauern und 900 Aufführungen im Jahr zu den gefragtesten Adressen in Deutschland. Als aktuelles Beispiel ist der ca. 23 Mio. Euro teure Bau des Landratsamtes Heilbronn zu nennen (Siehe Foto). Bezogen im Sommer 2010 bietet es Büros für 600 Mitarbeiter. Auch hier war die Expertise in Sachen Thermische Bauphysik, Raumakustik, Schallimmissionsschutz und Abdichtungen gefragt.

 

Besondere Anforderungen

an die Bauphysik

Ebenfalls zu den großen Highlights in der Firmengeschichte zählen das Kulturhaus in Denzlingen bei Freiburg. Der 630 Plätze fassende große Saal wurde akustisch sowohl für Sprache als auch Musik optimiert.

Der „MAIN TOWER“ in Frankfurt stellte besondere Anforderungen an die Bauphysik, insbesondere durch die Fassadengestaltung als reine Glasfassade. In der Ebene 54 wurden neben einem Restaurant die Studios des Hessischen Rundfunks untergebracht. Weitere Hochhausprojekte waren der Westhafen Tower und das Skyper-Hochhaus, ebenfalls in Frankfurt.

Mittlerweile beschäftigt die GN Bauphysik 14 Mitarbeiter und die Optimierung der Abläufe in ihrem Ingenieurbüro spornt die Inhaber nach wie vor an. Von der aufwendigen, aber wenig an der Baupraxis orientierten DIN ISO 9001 verabschiedete man sich rasch. Stattdessen praktizierte man die HelfRecht-Methode. Mit dieser Steuerungsmethode gelang es, eine gewisse Straffung in der Organisationsstruktur zu erzielen. Margarete Finkenberger, Gesellschafterin und Prokuristin der GN Bauphysik: „Aber auch hier mussten wir Farbe bekennen und einsehen, dass das Thema noch lange nicht ausgereizt war. Erst die Planer am Bau-Idee rückte festgefahrene Abläufe und Gewohnheiten und die intensive Betrachtung der eigenen Bürowelt in den Fokus“.

 

Bedürfnisse der Planer perfekt gebündelt

Perfekt bündelt das Qualitäts-Management von Planer am Bau die Bedürfnisse von Architektur- und Ingenieurbüros. Zu dieser Schlussfolgerung kamen auch die Büroinhaber der GN Bauphysik nach ihrer Kontaktaufnahme und Gesprächen mit den Initiatoren Dr.-Ing. E. Rüdiger Weng und Dr.-Ing. Knut Marhold.

Dr.-Ing. Knut Marhold: „Ordnung ist eine Vorbedingung für effizientes Arbeiten und wirtschaftlichen Erfolg. In einem geordneten Büro weiß jeder wo er steht. Lästiges Suchen entfällt. Unser QM-System bildet alle relevanten Vorgänge ab – und das zählt“.

Manfred Finkenberger: „Die branchenspezifischen Aspekte gefielen uns, besonders die Sichtweise, dass der Bauherr im Mittelpunkt steht und wir das System ohne zusätzlichen Aufwand und externe Berater eigenständig einführen konnten“.

Das mittelständische Ingenieurbüro gehörte zu den ersten Teilnehmern des sogenannten Klausur-Wochenendes, das vom QualitätsVerbund Planer am Bau gemeinsam mit der Fakultät für Architektur und Bauwesen der Hochschule Karlsruhe initiiert wurde.

Vor dem QM-System gab es z.B. ein Dateiablagesystem, das sehr unübersichtlich war. Im Zuge der QM-Vorbereitung wurde dieses grundlegend überarbeitet und angepasst. Es wurde hier genau festgelegt, wo und wie die aktuellen Dateien zu speichern sind, genauso wie die Papierablage im Büro zu handhaben ist. So ist gewährleistet, dass sämtliche Dateien und Daten schnell und gezielt auffindbar sind.

 

Schriftliches Protokoll informiert Abwesende

Seit der Einführung des QM-Systems funktioniert bei GN Bauphysik der Informationsfluss wesentlich besser und reibungsloser. Es wurde festgelegt, dass Mitarbeiter, die z.B. an einem Fortbildungsseminar teilgenommen haben, über diese Veranstaltung im Rahmen der monatlich stattfindenden Büro- oder Ingenieur-Fachbesprechung informieren, so dass auch die anderen Kollegen Kenntnis von dem im Seminar erzielten Wissen erhalten. Von jeder Besprechung gibt es ein schriftliches Protokoll, so dass auch die an der Teilnahme verhinderten Kollegen informiert werden. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass das QM-System auch bei VOF-Bewerbungen von Vorteil ist. Mit viel Optimismus, einer ausführlichen Checkliste und dem Entwurf eines QM-Handbuchs besuchten Margarete und Manfred Finkenberger das Klausur-Wochenende im November 2009. Heiße Eisen wie Reklamationsbearbeitung und das optimale Handling von ankommenden Ingenieuranfragen brannte ihnen auf den Nägeln.

 

Für Ausschreibungen selbstbewusst und bestens präpariert

Besonders angetan waren Margarete und Manfred Finkenberger von der intensiven Mitarbeit der Studenten der Hochschule Karlsruhe. Die ihrem Büro zugeteilten beiden Masterstudenten zeichneten sich durch hohes Engagement und Detailwissen aus. In zwei Tagen ergänzte, modifizierte und erarbeitete man die zehn Kapitel des QM-Handbuchs, das allen als Muster vorlag, aber dann den speziellen Belangen der einzelnen Büros angepasst wurde. 54 Seiten und 24 Anlagen umfasst es bei der GN Bauphysik. Im März 2010 erfolgte die Zertifizierung durch den TÜV Rheinland und mit dem Qualitätssiegel stellen sich die Stuttgarter nun selbstbewusst und bestens präpariert den kommenden Ausschreibungen.

Fazit Margarete und Manfred Finkenberger: „Durch das QM-Zertifikat „Planer am Bau“ haben sich die Objektorganisation, die Arbeitsabläufe und die Effektivität positiv gestaltet und das QM-Handbuch ist der Leitfaden für alle Mitarbeiter des Ingenieurbüros geworden“.

[www.planer-am-bau.de]

[www.gn-bauphysik.de]

Ein Leitfaden für alle Mitarbeiter

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