Allgäuer Baufachkongress 2026
Erfolgreiches Gipfeltreffen der BaubrancheMehr als 1.200 Gäste kamen zum Allgäuer Baufachkongress, dem „Gipfeltreffen der Baubranche“– ein Bezug auf die Region Oberstdorf mit den höchsten Gipfeln Deutschlands, aber auch sinnbildlich auf das hochkarätige Programm.
Oberstdorf war wie alle zwei Jahre der Veranstaltungsort des Allgäuer Baufachkongresses
© Anke Bracht, Bauverlag
Seit über 30 Jahren folgen zahlreiche Fachleute der Einladung von Baumit ins Allgäu, so auch vom 14. bis 16. Januar 2026. Eröffnet wurde der Kongress durch die beiden Geschäftsführer Helmut Batscheider und Robert Fritzsche, die zunächst Einblicke in der Branchenentwicklung gaben. Zwar blieb der Umsatz im vergangenen Jahr mit einem Rückgang um etwa 5,3 Prozent mit 339 Millionen Euro hinter den Erwartungen zurück, so seien aber Impulse für das neue Jahr zu erkennen.
Baumit plant für 2026 eine Stärkung des Fassadenbereichs sowie Investitionen in neue Geschäftsbereiche. Das serielle Bauen soll unter der Marke „Seriolution“ vorangetrieben werden, im Bereich Betoninstandsetzung bereitet man sich unter dem Namen „Duriment“ auf größere Infrastrukturprojekte vor. Beim Thema Sanierung setzt Baumit auf das spezialisierte Boden- und Fliesensortiment „Baumacol“. Inzwischen hat Helmut Batscheider die Geschäftsführung am 2. Februar abgegeben.
Die Extrembergsteigerin, Autorin und Redakteurin Helga Hengge fesselte das Publikum in ihrem Eröffnungsvortrag durch eine eindrucksvolle Schilderung ihrer zweimonatigen Besteigung des Mount Everest. Sie ist die erste deutsche Frau, die die Nordroute des Mount Everest erfolgreich meisterte und den Gipfel des höchsten Berges der Erde erreichte.
Im Anschluss referierte die Politikwissenschaftlerin, Militärstrategin und Zukunftsforscherin Dr. Florence Gaub in ihrer Funktion als Forschungsdirektorin des NATO Defense College in Rom über die Erforschung von Zukunftstrends. Ein wichtiger Teil der Zukunftsforschung besteht in der Suche nach „weak signals“, also kleiner Zeichen, die auf eine bevorstehende neue Situation hindeuten können.
Informationsaustausch und Networking bilden einen Grundpfeiler des Kongresses neben dem umfangreichen Vortragsprogramm
© Anke Bracht, Bauverlag
Diesem beeindruckenden Kongressstart schloss sich ein vielfältiges Programm mit rund 50 Fachvorträgen an. Flankiert wurde dieses von einer umfangreichen Partnerausstellung und zahlreichen Praxisvorführungen. Schwerpunktthemen waren dabei etwa der Fachkräftemangel, nachhaltiges Bauen sowie die Digitalisierung. Dem Thema Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Baubranche widmete sich am Donnerstag ein ganzer Vortragsstrang, abgerundet durch eine Expert:innen-Diskussion zur „KI am Bau: Freund oder Feind?“, um Chancen, Risiken und Einsatzmöglichkeiten der KI am Bau auszuloten.
Den Kongress-Abschluss bildete der begeisternde Vortrag über Mut, Leidenschaft und Durchhaltevermögen von Unternehmerin Judith Williams, bekannt durch ihre Luxuskosmetiklinie, ihre langjährige Präsenz im Shoppingsender HSE24 sowie ihre Rolle in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“.
Doch nicht nur die Fachvorträge, sondern auch die Möglichkeiten für Begegnungen und Austausch bildeten den Mehrwert der im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Veranstaltung im Allgäu. Zwei Abend-Events rundeten zudem das Programm ab und schafften somit Gelegenheit für Networking in entspannter Atmosphäre.
