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Tiefbau | Fachbeiträge | 01.08.2018

„Wir verfügen über eine extrem hohe Beratungskompetenz!“

Rehau präsentiert zur IFAT zahlreiche neue Systemlösungen

Um komplexe Bauaufgaben zu realisieren, bietet Rehau flexible, bedarfsgerechte Systemlösungen an. THIS sprach mit Martin Ewert, Leiter der Sub-Division „Water and Telecommunications“ beim Polymerspezialisten Rehau.

  • Martin Ewert, Leiter der Sub-Division „Water and Telecommunications“ bei Rehau. Abbildung: Rehau

THIS: Sie haben im Frühjahr die Veranstaltungs-reihe „Kanalnetze innovativ“ neu aufgelegt.

Was ist der Hintergrund einer solchen Veranstaltungsreihe?

Martin Ewert: Die wesentliche Zielsetzung dieser Veranstaltungsreihe besteht darin, die existierenden Anforderungen an Kanalnetze für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu definieren und praxisorientierte Antworten in Bezug auf Qualitätssicherung, Planung, die Verlegung bis zum Betrieb zu geben. Dieser fachliche Austausch trägt nachhaltig dazu bei, unsere Produkte, die immer erklärungsbedürftiger werden, um den komplexen Anforderungen des Marktes gerecht zu werden, auch gut im Markt zu platzieren. So verbessern wir gleichzeitig die Interaktion mit ausschreibenden Stellen, Planern und Entscheidern, um gezielt die Nachfrage zu verstärken. Hierbei ist es dem gesamten Team unserer 37 Außendienstmitarbeiter besonders wichtig, unsere Produkte stets im System zu denken, also Schacht, Anschlusstechnologie und Rohr. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu vielen unserer Marktbegleiter. Wir verfügen über eine extrem hohe Beratungskompetenz rund um unsere Produkte und unsere zahlreichen Produktinnovationen.

THIS: Wie sind die verschiedenen Bereiche rund um leitungsgebundene Infrastrukturen im Bereich Bau bei Rehau gewichtet?

Martin Ewert: Der Kanalbau ist mit 60 % noch immer unser größter Bereich. Das ist eines unserer wesentlichen Fokusthemen. Aber Regenwassermanagement und der gesamte Bereich Telekommunikation sind im Unternehmen stark wachsende Zukunftsthemen, die zunehmend an Relevanz gewinnen.

THIS: Was sind die Hauptentwicklungsziele für die drei genannten Bereiche?

Martin Ewert: Im Bereich Kanalbau setzen wir mit dem smartAwaschacht auf Schnelligkeit und Individualisierung. Zur IFAT im Mai in München haben wir diese intelligente Softwarelösung präsentiert, um Schächte online oder per App detailliert zu konfigurieren und alle relevanten Planungsinformationen mit einem Klick einzulesen. Im Zuge der Datenaufbereitung entsteht dadurch in nur 24 Stunden ein digitaler Schachtzwilling, der die Prüfung komplizierter Schächte vereinfacht und Fehler vermeidet. Aufgrund moderner, digitalisierter Fertigung können wir diese smart konfigurierten Schächte innerhalb kürzester Zeit produzieren. Ein so hohes Maß an Schnelligkeit und Planungssicherheit und -vereinfachung wird im Markt stark nachgefragt. Mit diesem Produkt gelingt es uns hervorragend, uns von unseren Markbegleitern abzugrenzen.

Aber auch die Anschlusstechnologie ist sehr wichtig. Hier verfügen wir über eine Vielzahl auch patentierter Produkte. Darüber hinaus ist uns im gesamten Bereich der Kanaltechnik – das habe ich eingangs schon beschrieben – der Systemgedanke sehr wichtig.

Beim Breitbandkabelausbau und bei dem Thema Telekommunikation möchten wir zukünftig nicht nur die Systeme, sondern auch die gesamte Anschlusstechnologie weiterentwickeln. Das sind dann Formteile, die wir entwickeln, die in Kombination mit den klassischen Rohren in Bündeln gemeinsam vermarktet werden. Die Grundidee, die wir hier verfolgen, besteht darin, dass wir unsere Systeme bis in das Haus hineinführen möchten. Derzeit ist es noch so, dass unsere Systeme nur im Bereich der Straße verlegt werden. Das wollen wir ändern. Wir möchten mit unseren Lösungen bis in das Haus hineingelangen, idealerweise bis an den PC. Das ist allerdings noch ein bisschen Zukunftsmusik.

 

THIS: Das ist sicherlich auch ein Zielgruppenproblem?

Martin Ewert: Das ist richtig. Aus diesem Grund haben wir im letzten Jahr unsere Organisation modifiziert. Wir haben uns dazu entschlossen, den gesamten Bereich Telekommunikation, also Glasfaserausbau aus dem klassischen Vertrieb Tiefbau herauszulösen. Für den Bereich Telekommunikation haben wir ein eigenes Key-Account-Management installiert. Außerdem bedienen speziell geschulte Außendienstmitarbeiter ausschließlich dieses Thema. Denn die Zielgruppen sind tatsächlich, wie Sie schon sagten, sehr heterogen, da wir hier Versorger und auch Endverbraucher ansprechen.

 

THIS: Wie sieht es beim Regenwassermanagement aus?

Martin Ewert: Zum einen geht es beim Regenwassermanagement naturgemäß vielfach um das Sammeln von Oberflächenwasser. Aber gerade auch beim Regenwassermanagement ist der gesamte Bereich der Digitalisierung ein bedeutendes Zukunftsthema. Unsere Idee besteht darin, sowohl den quantitativen als auch den qualitativen Aspekten des Regenwassers vollumfänglich gerecht zu werden. Dies bedeutet, über eine Sensortechnik einerseits die Wasserqualität und andererseits den Wasserstand zu ermitteln und diese Daten dann für die Weiterverarbeitung produktiv zu machen. Hierbei wird ermittelt: „Wieviel Wasser habe ich dort gesammelt?“ oder „Was für ein Wasser habe ich dort gesammelt?“ Die Entwicklung und Vermarktung solcher Produkte steht für uns zukünftig auf der Agenda. Derzeit stehen solche Systeme aber noch nicht zur Verfügung, sondern werden erst in den nächsten Jahren zur Marktreife gelangen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Telekommunikation und Regenwassermanagement für uns überaus wichtige Entwicklungsthemen sind, mit denen wir uns kontinuierlich beschäftigen. Beim Regenwassermanagement ist diese Entwicklung natürlich nicht zuletzt den veränderten Wetterbedingungen infolge des Klimawandels geschuldet. Auch Privatleute müssen ihre Liegenschaften schützen und Gefährdungspotentiale minimieren.

 

THIS: Digitalisierung muss stets auch Nutzen bringen.

Wie werden die bereits im Markt vorhandenen Digitali-

sierungsansätze, z.B. smartAwaschacht im Markt aufge-

nommen?

Martin Ewert: Die Vision beim smartAwaschacht besteht darin, dass der Mitarbeiter auf der Baustelle die Konfiguration seines gewünschten Schachtbauteils per Smartphone an Rehau übermittelt und das Bauteil auf diesem Wege dann direkt bestellen kann. Ich habe diesen Prozess bereits beschrieben. Wie dieser Ansatz vom Markt angenommen wird, darüber werden wir nach der IFAT zunehmend Erkenntnisse erlangen. Der smartAwaschacht wurde bereits im Markt platziert und wir können derzeit resümieren, dass die neue Systemlösung dort sehr gut ankommt. Unsere wesentliche Zielsetzung besteht an dieser Stelle aber darin, nicht nur das Produkt, sondern den gesamten Prozess von der Planung über den Bau bis hin zum Aftersales-Bereich mit anzubieten. Hierzu werden wir nach der IFAT zunehmend Feedback erhalten. Aber wir sind äußerst zuversichtlich, dass wir genau den richtigen Weg einschlagen, und den Bedürfnissen des Marktes und unserer Kunden optimal gerecht werden.

 

Würden Sie uns abschließend noch über ein paar Kennzahlen zum Unternehmen informieren?

Martin Ewert: Weltweit sind rund 20.000 Mitarbeiter für Rehau tätig. Das Unternehmen ist in 170 Ländern aktiv und hat einen Gesamtumsatz von 3,5 Mrd €. Hierbei ist Deutschland mit 2 Mrd. € Umsatz immer noch der wichtigste Markt für Rehau. Die größte Einheit ist die Automotive Einheit. Hier kann man sagen, dass Rehau-Produkte in jedem dritten in Europa produzierten Auto vertreten sind. Dann kommt auch schon der Baubereich, bei dem der Tiefbau eine Sub-Division ist. Und last but not least unsere Lösungen für Industrieanwendungen und Programme für die Möbelindustrie. Unser Wachstums-Kernmarkt ist nach wie vor Deutschland. Des Weiteren ist natürlich Asien von besonderer Bedeutung  für das Unternehmen.

 

THIS: Herr Ewert, herzlichen Dank für das Gespräch!

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