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BauThemen | Hochbau | 12.01.2018

Preisgekrönte Ziegelarchitektur

Vorzeigeobjekt hochwertiger Wohnbebauung

Bei dem Projekt „Wohnen am Auwald“ in Ingolstadt entschieden sich die Architekten für die hoch wärmedämmenden Ziegel Poroton-S9 von Schlagmann Poroton in monolithischer, verputzter Ausführung ohne zusätzliche Wärmedämmung.

  • „Wohnen am Auwald“ von SU und Z Architekten aus München wurde für beispielhaft hochwertige Wohnbebauung mit einer Anerkennung der Jury des Deutschen Ziegelpreises 2017 sowie mit dem den ‚Preis für Qualität im Wohnungsbau‘ des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. (BFW) Landesverband Bayern und des Deutschen Werkbunds Bayern e.V. ausgezeichnet. Abbildung: su und z Architekten

  • Auf eine zusätzliche Außendämmung konnte dank der monolithischen Ziegelbauweise verzichtet werden. Dem nachhaltigen Gedanken einer langen Lebensdauer sowie wirtschaftlichen Unterhaltskosten der Fassaden wurde somit Rechnung getragen. Abbildung: su und z Architekten

  • Fensterfaschen heben sich vom rauen Untergrund ab und geben der Putzoberfläche Tiefe. Textur und Farbe verleihen den Häusern Identität. Abbildung: su und z Architekten

  • Der Grundriss der 1. OG verdeutlichen die Struktur: Zwei- und dreigeschossige Kuben markieren die Räume des Quartiers und schaffen somit Privatsphäre und Gemeinschaft gleichermaßen. Alle Wohnungen werden von den jeweiligen Wohnhöfen aus erschlossen. Abbildung: su und z Architekten

  • Großzügige Fensteröffnungen gliedern die Lochfassade und lassen Tageslicht ins Rauminnere fluten. Abbildung: su und z Architekten

  • Der neue Poroton-S9 verleiht noch mehr Stabilität im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Der massive Ziegelkörper gibt statische Sicherheit und hält hohen Belastungen stand. Abbildung: Schlagmann Poroton

  • Dank der Perlitfüllung in den Ziegelkammern erreicht der Poroton-S9 einen Lambda-Wert von 0,09 W/mK, und die Wohnanlage in Ingolstadt in rein monolithischer Ausführung ohne Zusatzdämmung den KfW-Effizienzhausstandard 70 nach EnEV 2009 Abbildung: Schlagmann Poroton

Die Auto- und Universitätsstadt Ingolstadt gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten in Deutschland. Mit rund 1000 Einwohnern mehr pro Jahr hat sie sich in den letzten 40 Jahren nahezu verdoppelt. Mit dem Wachstum stieg auch der Bedarf an neuem Wohnraum stetig. Diesem versuchten die Stadtplaner in den letzten Jahren mit einer Nachverdichtung der Innenstadt sowie der Umwandlung von bis dato anderweitig genutzten Flächen entgegen zu steuern. Erfolgreich, laut Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel würden zwischen 1.000 und 1.500 neue Baugenehmigungen pro Jahr erteilt werden; auch dies ein deutschlandweiter Spitzenwert.

Eines der neuen Wohngebiete ist die seit 2011 betriebene Bebauung des knapp 14 Hektar großen Geländes der umgesiedelten Pionierkaserne im Südosten der Stadt. Drei Baufelder mit unterschiedlicher Nutzung wurden in den letzten Jahren bebaut. Neben Studentenwohnungen und Flächen für meist kleinere Gewerbe nahm die Wohnbebauung im nördlichen Baufeld, das an den Auwald-Grünzug grenzt, den Großteil ein. Auf einer Fläche von 40.300 Quadratmetern wurde hochwertiger Wohnungsbau mit unterschiedlichen, zwei- bis dreigeschossigen Haustypen für insgesamt rund 500 Wohneinheiten verwirklicht. Dafür wurde das Bauland in Mindestparzellen von 3.000 bis 5.000 Quadratmeter eingeteilt.

Wohnbebauung in Windmühlenformatierung

Auf den gleichartigen Parzellen WA 13 und 14 wurde das Quartier „Wohnen am Auwald“ zwischen 2014 und 2016 auf insgesamt knapp 4.600 Quadratmetern realisiert. Vier Baukörper mit 36 Wohneinheiten gruppieren sich dort in windmühlenartiger Anordnung um jeweils einen Innenhof. Dieser dient in erster Linie dem Kontakt der Bewohner untereinander.  Jeder Baukörper besteht aus einem zwei- und einem dreigeschossigen Kubus. Die dreigeschossigen Kuben definieren den Straßenraum und grenzen das Baufeld nach außen ab. Die zweigeschossigen Kuben stecken  den gemeinsamen Innenhof ab. Von diesem zentralen, grünen Wohnhof aus erschließen sich alle Wohnungen. Tiefgaragen unter den jeweiligen Baufeldern schaffen mehr Raum für das grüne Wohnen im Außenbereich.

Innerhalb der dichten kleinteiligen Struktur werden zwei komplett unterschiedliche Wohntypologien realisiert: Wohnungen, deren Räume sich zu ruhigen unbefahrbaren Außenräumen hin orientieren, sind als barrierefreie Geschosswohnungen ausgebildet. Die Gebäude an den Straßen sind als Stadthäuser konzipiert. Durch ihre vertikale Struktur in den oberen Etagen entstanden private und gänzlich uneinsehbare Räume. Beiden Typen sind unterschiedliche private Freiräume zugeordnet, den Stadthäusern in Form von Dachterrassen, den barrierefreien Wohnungen jeweils als Balkon oder Loggia. 

Großzügige quadratische Fensteröffnungen gliedern die Lochfassade und lassen Tageslicht ins Rauminnere fluten. Tiefe metallische Rahmen fassen die Fenster und bilden zusammen mit den Fensterfaschen einen Kontrast zum rauen Untergrund der Putzoberfläche. Die glatten Putzfaschen heben sich vom rauen Untergrund ab und geben der Fassadenoberfläche zudem Tiefe. Textur und Farbe rhythmisieren die Fassaden und verleihen den Häusern eine eigene Identität.

Kompakte, energieeffiziente Bauweise

Alle Gebäude sind in massiver, einschaliger Ziegelbauweise errichtet und entsprechen den Anforderungen der EnEV 2009. Die Kompaktheit der Baukörper, eine CO2-neutrale Fernwärme-Energieversorgung sowie eine konstante Vermeidung von Wärmebrücken ermöglichten die Erreichung des KfW-Effizienzhaus70-Standards der Gebäude. Entscheidend tragen die hochwärmedämmenden Außenwände aus Poroton-S9-Planziegeln in 36,5 Zentimeter Wanddicke dazu bei, den energieeffizienten Gebäudestandard einzuhalten. Der Planziegel mit einem U-Wert der Wand von 0,23 W/(m2K) hält mit einer innenliegenden Dämmung aus natürlichem Vulkangestein (Perlit) die Wohnräume im Winter warm und im Sommer kühl. Dafür sorgen seine klimaregulierenden Eigenschaften. Zahlreiche Zertifizierungen unterschiedlichster Umwelt-Labels von natureplus, über eco-Institut bis Blauer Engel (Poroton-Perlit-Dämmstoff) belegen die wohngesunden Eigenschaften perlitgefüllter Ziegel von Schlagmann Poroton.

Für Architekt Reinhard Unger von su und z Architekten aus München stand die Nachhaltigkeit der Gebäudehülle klar im Vordergrund: „Wir schlossen eine zusätzliche Wärmedämmung der Fassade von vorneherein aus, präferierten dafür ein hochwertig ausgeführtes, monolithisches Ziegelmauerwerk mit handwerklich anspruchsvollem Putz als Finish.“

Poroton-S9 mit höherer Tragfähigkeit und

verbesserte Statik

Ein neues Lochbild beschert dem Poroton-S9 eine fast 50 % höhere Tragfähigkeit als bisher. Der massive Ziegelkörper gibt statische Sicherheit und meistert hohe Belastungen im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Gebäude von bis zu neun Stockwerken in monolithischer Ausführung können damit realisiert werden. Mit der hohen Druckfestigkeitsklasse 12 sowie einer charakteristischen Mauerwerksdruckfestigkeit fk nach DIN EN 1996 (EC6) von 5,3 MN/m² hält der Objektziegel sogar einer Belastung von bis zu 530 Tonnen auf einen Quadratmeter Wand Stand. Mit einer geprüften Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten (F90-AB) erreicht er zudem die geforderten Brandschutzvorgaben im Wohnungsbau. Das korrigierte, bewertete Schalldämmmaß des Poroton-S9 beträgt bei einer Wanddicke von 36,5 Zentimetern ≥48 dB. Damit lassen sich auch erhöhte Schallschutzanforderungen im Objektbau realisieren.

Auwald-Grün für mehr Lebensqualität

„Wohnen am Auwald“ ist eine von Grün durchzogene Wohnbebauung in unmittelbarer Nähe zum Erholungsgebiet am Auwald. Als Teil des gelungenen Gesamtkonzepts entwickelte studio B Landschaftsarchitektur hier die Außenanlagen über den Grünordnungsplan für das Gelände der ehemaligen Pionierkaserne hinaus und schuf mit unterschiedlich farblicher Gestaltung der Baufelder, blühenden Bäumen und eingefassten Blumenbeeten eine perfekte Analogie zu den verputzen, schlichten Kuben.

Kluge Planung und die sorgfältige Auswahl qualitativ hochwertiger Materialien zeigen sich bei dieser Baumaßnahme sowohl in der optisch sehr ansprechenden als auch in der technisch-bauphysikalischen Ausführung der Wohnanlage. Auf eine zusätzliche Außendämmung konnte dank der monolithischen Ziegelbauweise verzichtet werden. Dem nachhaltigen Gedanken einer langen Lebensdauer sowie wirtschaftlichen Unterhaltskosten der Fassaden wurde somit Rechnung getragen.

Schlagmann Poroton GmbH & Co. KG

www.schlagmann.de

Wohnanlage mit 36 Wohneinheiten plus Tiefgarage 

Bauzeit: 04/2014–04/2016
Grundstücksgröße:  4.606 m2
Bruttogrundfläche: 7.620 m2
Anzahl der Einheiten: 36 Wohneinheiten (2x18)
Tiefgaragenplätze: 55 (27+28)
Wohnfläche: 3.520 m2
Geschosse: 2 bzw. 3
Abmessung: WA 13: 4 Baukörper (9,90 x 13,90 + 8,65 x 9,90 m)
WA 14: 4 Baukörper B (9,90 x 13,90 + 8,65 x 9,90 m)
Bruttorauminhalt: WA 13: 11.900 cbm
WA 14: 12.015 cbm
Bruttogrundfläche: WA 13: 3.780 m2
WA 14: 3.840 m
2
Wohnfläche: WA 13: 1.760 m2
WA 14: 1.760 m
2
Baukosten: 300/BGF: 919 €/m2
300+400/BGF: 1.115 €/m
2
Konstruktion: Ziegel-Massivbau; Poroton-S9, d=36,5 cm
Lambda-Wert / U-Wert: 0,09 W/mK / 0,23 W/(m2K)
Energiestandard: KfW Effizienzhaus 70 nach EnEV 2009
Jahresprimärenergiebedarf: Qp Ist-Wert nach EnEV = 10,4 kWh/(m2a)
Energie-Effizienz: Primär- Qp Ist/Soll-Wert: 0,141
Endenergiebedarf: QE = 71,2 W/(m2K)
Transmissionswärmeverlust: H’T Ist-Wert nach EnEV = 0,34 W/(m2K)
energetische Qualität: H’T Ist/Soll: 0,85

Baubeteiligungen

Planung:
su und z Architekten PartG mbB
Euckenstraße 15
81369 München
Telefon: +49 (0) 89 97 89 97 33
E-Mail:
 
Tragwerksplanung:
MS Planungsbüro Michelson und Schmidt

Galgenbergstraße 25
93053 Regensburg
Tel: +49 941 462960-0
E-Mail:

Bauausführung: Haas Bau GmbH
Brückenkopf 2
85051 Ingolstadt
Tel: +49 841 623510
E-Mail:
  
Freianlagenplanung:
studio B Landschaftsarchitektur
Nordendstraße 2
80799 München
Tel: +49 89 21547 -113
E-Mail:

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