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Tiefbau | Fachbeiträge | 25.09.2017

Projekt Stadtbahn Dresden 2020

Langlebig - Sonderbauwerke aus Beton

Im Zuge des Großprojektes „Stadtbahn Dresden 2020“ wurde im Bereich der Franz-Liszt-Straße/Tiergartenstraße die Abwasserkanalisation auf einer Länge von 330 m vollständig erneuert.

  • v.l.n.r.: Die Schwierigkeit der Maßnahme bestand u.a. darin, die Zu- und Abflüsse an den Kanalknotenpunkten hydraulisch sinnvoll einzubinden. Abbildungen: Haba-Beton

  • Das riesige Betonfertigteil vereinigt zwei Zuläufe in einen Auslauf. Dabei ist das Bauwerk so dimensioniert, dass es den zulaufenden Abwasserstrom aus der Franz-Liszt-Straße hydraulisch günstig in den Abwasserstrom des Kanals Tiergartenstraße einleitet. Foto: Haba-Beton

  • Neben den Sonderbauwerken kommen beim Projekt Stadtbahn Dresden 2020 noch zahlreiche weitere FBS-Stahlbetonrohre DN 1200 mit Trockenwetterrinne zum Einsatz. Foto: Haba-Beton

D ie Stadtentwässerung Dresden GmbH schloss diese große Kanalbaumaßnahme im März 2017 ab. Hierbei wurde die Kanalisation hydraulisch erheblich erweitert und eine neue Straßenbahntrasse errichtet. Dabei kamen zahlreiche unterschiedliche Profile mit vergrößerten Querschnitten (insbesondere DN 1200 Kreisprofil bzw. DN 600/900 Eiprofil) zum Einsatz. Bei der Materialwahl für den Neuaufbau der unterirdischen Infrastruktur stellten die Planer besonders hohe Anforderungen an die Qualität der speziellen Trenn- und Vereinigungsbauwerke.

 

Die Besonderheit

Die Besonderheit der Maßnahme bestand in der Anbindung der sanierten Kanäle an den Bestand der Zu- und Abläufe sowie im Einsatz von Bauwerken mit ganz besonderen Eigenschaften. Anke Bergander vom Ingenieurbüro IBK Dresden GmbH erklärt: „Um z.B. die neuen größeren Kanäle im Querschnitt DN 1200 aus Stahlbeton mit Trockenwetterrinne (DN 300) aus der Franz-Liszt-Straße in den Mischwasserkanal an der Tiergartenstraße einbinden zu können, mussten wir ein neues Vereinigungsbauwerk im Format 3,60 x 4,00 x 2,70m (LxBxH) verbauen. Dieses vereinigt zwei Zuläufe in einen Auslauf.

Dabei ist das Bauwerk so dimensioniert, dass es den zulaufenden Abwasserstrom aus der Franz-Liszt-Straße hydraulisch günstig in den Abwasserstrom des Kanals Tiergartenstraße einleitet. Der Einstieg ist in der Ecke zwischen dem Zulauf DN 1200 und dem Auslauf eingeordnet. Für die Reinigung ist über dem Hauptgerinne in der Mitte des Bauwerks eine Öffnung DN 600 eingeordnet worden.

Ein weiteres Vereinigungsbauwerk, 5-eckig im Format 2,50 x 1,90 x 3,00m (LxBxH), kam als Ersatz für einen alten Schacht in der Lockwitzer Straße / Heinrich-Zille-Straße zum Einsatz. Es vereinigt zwei Zuläufe zu einem Auslauf. Ein drittes Sonderbauwerk diente als Ersatz für einen alten Schacht auf der Kreuzung Oskarstraße / Wiener Straße (Format LxBxH 1,60 x 1,00 x 3,00m). Es besitzt Rohranschlüsse von vier Seiten - zwei Zuläufe und zwei Ausläufe - einer davon liegt 18 cm höher als der andere und dient dem Netzausgleich. Somit dient dieses Bauwerk sowohl der Vereinigung als auch der Trennung von Abflussströmen“, so Bergander.

 

Die Anforderungen

Weche Anforderungen stellten die Verantwortlichen dabei an die eingesetzten Bauteile? „Die hier eingesetzten speziell für diese Maßnahme produzierten Bauwerke sind als Fertigteilbauwerke in Kompaktbauweise nach FBS- Richtlinie 2-2, Schachtbauwerke aus Stahlbetonfertigteilen in FBS-Qualität für erdverlegte Abwasserleitungen und –kanäle hergestellt. Der Beton ist hochsulfatbeständig mit hohem Wassereindringwiderstand bei chemisch mäßig angreifender Umgebung nach DIN EN 206 und DIN 1045-2 der Mindestdruckfestigkeitsklasse C40/50, WU, WF, unter Verwendung eines SR-Zements und in der Expositionsklasse XA2“, erklärt Christian Kick von der Firma Haba-Beton aus Garching an der Alz, die die Bauwerke und Stahlbetonrohre zunächst für den Bauabschnitt 1.4 lieferte. „Das Unterteil und die Deckenplatte der Bauteile wurde dabei jeweils Einteilig hergestellt. Die Anlieferung erfolgte dabei per Sondertransport“, so Kick. Für den Rohranschluss DN 1200 baute der Hersteller werkseitig ein Schachtfutter entsprechend des geplanten Anschlusswinkels leicht schräg in die Bauwerkswand ein – die bruchraue Öffnung konnte auf diese Weise hier entfallen.

 

Die FBS-Qualitätsrichtlinie

Die Fertigung der eingesetzten Bauwerke nach den Qualitätsrichtlinien der Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre (FBS) gaben den Planern aber auch die Sicherheit, dass bei dieser Maßnahme eine geprüfte Qualität eingebaut wird. Hierzu Christian Kick: „Die FBS-Richtlinien beinhalten eine umfassende werkseigene Produktionskontrolle und stellen eine lückenlose Qualitätsüberwachung von den Ausgangsstoffen über die Herstellung bis zu den Endprodukten sicher.

Darüber hinaus sorgt eine halbjährliche Fremdüberwachung durch bauaufsichtlich anerkannte Güteschutzgemeinschaften und Prüfinstitute für die Einhaltung der hohen Standards.“ Anke Bergander ergänzt: „Von Bedeutung sind für uns vor allem die guten Eigenschaften der hier eingesetzten Produkte in FBS-Qualität in Punkto Dichtheit, Tragfähigkeit, und der Hydraulik.“

Mit dem Abschluss der Kanalbaumaßnahme wurden in diesem Bereich der Stadt die Voraussetzungen für ein auf die nächsten Jahrzehnte gut funktionierendes Kanalnetz gelegt.

 

FBS Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V.

www.fbsrohre.de

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